Meine Favoriten unter den Selbstbräunern - Dr. Jetske Ultee
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Meine Favoriten unter den Selbstbräunern

Wie Sie bereits wissen, sind Sonnenbäder oder Solarienbesuche ein No-Go. Seitdem ich weiß, was mit dem Kollagen, Elastin und der DNA geschieht, gehe ich nur noch eingecremt in die Sonne. Trotzdem höre ich oft „Was bist du braun, bist du gerade aus dem Urlaub zurückgekommen?“ Ich reise gern, darum ist es ziemlich wahrscheinlich, dass ich gerade aus dem Ausland zurückgekommen bin. Die Bräune kommt jedoch nicht durch die Sonne, sondern einen Selbstbräuner. Wenn ich das erzähle, reagiert jeder überrascht. Wird man von Selbstbräunern nicht orange (und fleckig)? Vor langer Zeit war das wirklich so. In der Zwischenzeit hat sich glücklicherweise viel verändert. Für eine schöne Farbe bedarf es jedoch etwas Übung – und einiger praktischer Tipps …

Wissenswertes über Selbstbräuner

Wie wirkt ein Selbstbräuner? Der Stoff, der der Haut die braune Farbe verleiht, ist fast immer DHA. Das ist ein (essbarer) Zucker, der mit den Eiweißen in den abgestorbenen Hautzellen reagiert. Bei dieser Reaktion entstehen Melanoidine – und die sind braun. Dasselbe geschieht übrigens beim Braten Ihres Beefsteaks oder Toasten.
Die „Endfarbe“ wird durch die Konzentration DHA bestimmt: Je mehr das Produkt davon enthält, desto intensiver das Ergebnis. Der Produzent kann übrigens kein DHA mit einem bestimmten Farbton verwenden: Die Intensität wird unter anderem vom Hautton, der Verteilung der abgestorbenen Hautzellen sowie dem pH-Wert der Haut bestimmt. Heutzutage wird auch Erythrulose verwendet, dazu später mehr.

Produktwahl und Vorgehensweise

Mein wichtigster Tipp: Peelen Sie Ihre Haut, wenn Sie mit der Anwendung von Selbstbräunern beginnen, zum Beispiel mit einem Peeling-Handschuh mit Öl. Das sollten Sie nicht kurz vorher machen, sondern zwei bis drei Tage, bevor Sie den Selbstbräuner auf die Haut auftragen möchten.  So verhindern Sie Flecken. An einigen Körperstellen haben Sie nämlich mehr abgestorbene Hautzellen, wodurch die Haut intensiver bräunen könnte. Tragen Sie an Stellen mit einer dickeren Hornschicht wie den Fußsohlen oder Ellbogen erst eine fettige Creme, eine Schicht Vaseline oder Öl auf. Rasieren Sie sich besser nicht kurz vorher, denn dann entstehen lauter kleine dunkle Punkte an den Stellen, an denen die Haare wuchsen.

Dunkle oder helle Haut

Wenn Sie etwas dunklere Haut haben, ist das Risiko auf Flecken und eine orange Verfärbung geringer. Je heller Ihre Haut, desto vorsichtiger müssen Sie also vorgehen. Bei sehr heller Haut oder schlechten Erfahrungen, rate ich Ihnen, mit einer niedrigen Konzentration DHA (1-3%) zu beginnen. Wählen Sie einen Selbstbräuner, der für helle Haut geeignet ist oder ein Produkt, dass allmählich bräunt. Für Ihre Haut eignen sich Sprays und Schäume weniger, eine Creme oder ein Gel sind besser, sie ziehen langsamer ein. Ich rate zur Verwendung eines Handschuhs, so dass sich Ihre Hände und Nägel nicht verfärben und Sie das Produkte sehr gleichmäßig auf der Haut verteilen können.

Langsam steigern

Für einen schönen Übergang an Händen, Füßen und Hals verwende ich einen Selbstbräuner, der eine Nuance heller ist, mische etwas Selbstbräuner mit meinem Moisturizer oder benutze einen, dessen Anwendung langsam gesteigert werden muss. Mit einem dicken Pinsel lässt sich das Produkt dann sehr gleichmäßig verteilen. Wenn Sie wenig Erfahrung mit Selbstbräunern haben, rate ich Ihnen, nicht mit dem aufgetragenen Produkt Schlafen zu gehen und es nicht länger als fünf bis sechs Stunden einwirken zu lassen und dann mit Wasser abzuspülen. Sollten Sie wirklich sehr helle Haut haben und trotz meiner Tipps noch Angst haben, orange zu werden, können Sie ein Produkt kaufen, dass nur Erythrulose enthält.

Sie brauchen dann jedoch etwas Geduld, denn es dauert ungefähr zwei Tage, bevor eine Bräunung erkennbar ist. Das Risiko auf Flecken ist jedoch geringer und der Farbton ist auch weniger orange. Damit die Bräunung so lange wie möglich schön bleibt, ist es sehr wichtig die Haut gut zu hydratisieren. Ich creme meinen Körper darum täglich gründlich ein. Dazu verwende ich meistens ein gutes Öl und auf die trockeneren Stellen trage ich darüber noch eine Schicht meiner Repair Cream auf.

Mit oder ohne Farbstoffe

Haben Sie etwas dunklere Haut, dann ist ein Schaum oder ein Spray gut geeignet. Sie ziehen schnell ein, wodurch Sie sich auch wieder schnell ankleiden können. Haben Sie etwas dunklere Haut und Erfahrung mit Selbstbräunern, können Sie auch einen farblosen Selbstbräuner benutzen. Mit heller Haut oder wenig Erfahren, sollten Sie immer ein Produkt mit Farbstoffen verwenden. Dann können Sie gut erkennen, ob Sie das Produkt gleichmäßig auf der Haut verteilt haben. Den Selbstbräuner waschen Sie nach sechs bis acht Stunden wieder ab. Ein Nachteil ist übrigens, dass er stark auf Kleidung und Bettwäsche abfärbt, was sich jedoch glücklicherweise leicht auswaschen lässt.

Wenn Ihre Haut doch nicht gut bräunt

Manche Produkte zeigen nicht die erhoffte Wirkung. Selbstbräuner sind auch kompliziert in der Herstellung. Der Stoff, der die Hautfärbung hervorruft, ist sehr instabil und verträgt sich schlecht mit Wärme und einem hohen pH-Wert. Einige Formeln enthalten auch Stoffe, die das DHA schnell inaktiver machen (wie Carbomere, Proteine, Kollagen und Ureum). Außerdem können Selbstbräuner leicht Bakterienherde werden.
Darum sollten Sie einen Selbstbräuner auch nie länger als sechs Monate nach dem Öffnen benutzen. Bewahren Sie Ihr Produkt am besten an einem kühlen Ort und wählen Sie eine lichtundurchlässige Verpackung. Riechen Sie auch immer erst an dem Produkt: Riecht es sauer, sollten Sie es nicht mehr verwenden.

Es liegt übrigens nicht immer am Produkt, wenn Ihre Haut nicht schön bräunt. Ist Ihre Haut sehr alkalisch, haben Sie sich gerade mit einer herkömmlichen Seife gewaschen oder befinden sich noch Seifenreste auf der Haut, wirkt ein Selbstbräuner nicht so gut. Auch Reste Öl oder Bodylotion auf der Haut beeinträchtigen die Wirkung eines Produktes. Und auch die Kombination mit Säuren wie Glykolsäure oder mineralischen UV-Filtern ist ungünstig. Wie bereits gesagt, rate ich Ihnen, in den Tagen bevor Sie den Selbstbräuner verwenden möchten, Ihre Haut mit einem Peeling-Handschuh mit Öl und zu peelen und Ihre Haut gründlich einzucremen. An dem Tag, an dem Sie den Selbstbräuner auftragen möchten, spülen Sie Ihre Haut nur mit Wasser ab und lassen Ihre Haut erst gründlich trocknen, bevor Sie das Produkt anbringen.

Welches Produkt verwenden Sie?

Es ist nicht so einfach, einen guten Selbstbräuner zu empfehlen. Fast alle Produkte sind stark parfümiert, da sie sonst einen unangenehmen Geruch auf der Haut hinterlassen. Sie enthalten auch oft Stoffe, die den Wirkstoff für eine schönere Bräune tiefer in die Haut transportieren, wie 1,2-Propandiol. Da jedoch die Alternative, Sonnenbräune, noch schlechter ist und Sie einen Selbstbräuner nur ab und zu auftragen, bin ich dieses Mal nicht so kritisch.
Ich habe gute Erfahrungen mit Liquid Gold von Bondi Sands und finde es gut, dass das Produkt farblos ist und außer DHA auch Erythrulose enthält.  Haben Sie noch einen guten Tipp für einen schönen, am liebsten unparfümierten Selbstbräuner mit hautfreundlichen Inhaltsstoffen, sagen Sie mit bitte Bescheid. Dann kann ich dazu wieder eine Produktempfehlung schreiben …

Herzliche Grüße

Jetske Ultee

(Dr. Jetske Ultee – Forschungsärztin kosmetische Dermatologie)

 

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