Pickel in der Sonne durch Kosmetika - Dr. Jetske Ultee

Pickel in der Sonne durch Kosmetika

Die Sommermonate sind herrlich, für die Haut bedeuten sie jedoch oft Stress.  Es ist wirklich schlimm, im Urlaub von juckenden Pickeln betroffen zu sein. Das letzte Mal habe ich über die echte Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose) geschrieben. Heute schreibe ich etwas mehr über die kleine Schwester der Sonnenallergie: die phototoxische oder photoallergische Reaktion auf Substanzen in Hautpflegeprodukten oder Medikamenten.

Es geht um Stoffe, die in der Haut auf Licht reagieren. Im Gegensatz zur Sonnenallergie klingen die Beschwerden ab, wenn das Produkt nicht mehr verwendet oder eingenommen wird. Hände und Gesicht werden bei einer Sonnenallergie eher nicht betroffen, während das bei einer phototoxischen Reaktion oft der Fall ist. Eine polymorphe Lichtdermatose tritt in der Regel beim ersten Kontakt mit der Sonne auf, eine phototoxische Reaktion kann jederzeit entstehen.

Überprüfen Sie Ihre Hautpflegeprodukte

Es macht mich wirklich böse. Studien haben gezeigt, dass viele Inhaltsstoffe Probleme verursachen, sobald sie mit Sonnenlicht in Kontakt kommen. Trotzdem werden diese Stoffe in Hautpflegeprodukten in großen Mengen verwendet, sogar Sonnencremes. Bekannt dafür sind Duft- und Farbstoffe, jedoch auch bestimmte UV-Filter wie Oxybenzon.  Kontrollieren Sie die Liste der Inhaltsstoffe Ihrer bevorzugten (Haut-)Pflegeprodukte außerdem auch einmal auf Pflanzenextrakte wie Auszüge aus Zitrusgewächsen, Orange, Bergamotte, Mandarine, Grapefruit, Limette, Lavendel, Rosmarin, Feige, Engelwurz, Johanniskraut, Teebaum und Ingwer. Derlei Inhaltsstoffe können nicht nur Hautreizungen verursachen, sondern auch unschöne Pigmentflecken. Sie sollten es nicht unterschätzen: Jedes Jahr müssen Patienten mit Blasen und Brandwunden zum Arzt, weil sie Produkte mit Auszügen aus Zitrusgewächsen aufgetragen haben und sich in die Sonne gelegt haben.

Handtücher und Öle bei Spa-Behandlungen

Seien Sie auch vorsichtig mit Handtüchern mit Zitronenduft, die in einigen Hotels am Pool ausgeteilt werden. In vielen Spas werden gern ätherische Öle verwendet. Waschen Sie Ihre Haut darum immer gründlich nach einer wohlriechenden Massage, bevor Sie wieder in die Sonne gehen. Wenn ich im Ausland ein Spa besuche, bitte ich immer um ein neutrales Carrier oil wie Kokos- oder Mandelöl. Das erspart viel Ärger!

Glücklicherweise sind die in Hautpflegeprodukten enthaltenen Konzentrationen eigentlich immer zu niedrig, um solche starken Hautschäden verursachen zu können. Für einen unschönen Ausschlag reicht es jedoch. Seien Sie darum kritisch mit Ihren Hautpflegeprodukten und verwenden Sie keine, deren Inhaltsstoffe Ihnen verdächtig erscheinen oder die Sie nicht unbedingt brauchen. So lässt sich viel einfacher herausfinden, welches Produkt bei Ihnen den Ausschlag auslöst.

Medikamente

Vielen ist nicht bewusst, dass auch bestimmte Medikamente Probleme in der Sonne verursachen können. Nehmen Sie Antidepressiva, Antibiotika wie Tetracyclin, NASs, orale Kontrazeptiva oder Diuretika, dann haben Sie ein erhöhtes Risiko. Verwenden Sie derlei Medikamente und machen Sie Urlaub in einem sonnigen Land, sollten Sie den Beipackzettel vorher gründlich lesen. Dann wissen Sie, ob Sie Ihre Haut besonders gut vor der Sonne schützen müssen. Sie können auch mit Ihrem Arzt eine hautfreundliche Alternative suchen …

 

Herzliche Grüße

Jetske Ultee

(Dr. Jetske Ultee – Forschungsärztin kosmetische Dermatologie)

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