• Akne vulgaris

Die Epidemiologie von Akne vulgaris

Talg, verstopfte Poren und P. acnes führen zu Akne

Bei Akne verstopft die Talgdrüse durch Verhornung am Drüsenausgang, was zur Entstehung von Komedonen (Mitessern) führt. Die übermäßige Produktion von Talg trägt dazu bei. Ebenso sorgt Talg für eine Umgebung, in der sich die Bakterie Propionibacterium acnes (P. acnes) gut entwickeln kann. Diese Bakterie trägt wahrscheinlich zu einer Entzündungsreaktion und der Entstehung von Papeln (Pickeln ohne Eiter) oder Pickeln (Eiterpickel) bei.

Die Epidemiologie von Akne

Obwohl man viel über diese Erkrankung weiß, ist über die Prävention und die Risikofaktoren für die Entstehung von Akne nicht viel bekannt. Die Autoren dieses Artikels, Bhate und Williams, haben epidemiologische Studien zu Acne vulgaris zusammengefügt.

Akne trifft sehr oft Jugendliche

Fast alle Menschen sind zwischen ihrem 15. und 17. Lebensjahr von Akne betroffen, 15 bis 20 Prozent der Jugendlichen von einer schweren Form. Studien haben gezeigt, dass 50 Prozent der zehn- und elfjährigen Jungen zehn oder mehr Mitesser haben, während bei den Mädchen 78 Prozent zwischen acht und zwölf Jahren an Akne leiden. In Frankreich, Großbritannien und den USA zählt Akne zu den drei häufigsten Hauterkrankungen.

Akne trifft auch oft Erwachsene

In der Pubertät erhöht sich die Talgproduktion, was oft mit der Entstehung von Akne einhergeht. In manchen Fällen haben Kinder bereits vor der Pubertät Mitesser, durch den Mangel an Talg entwickeln sie sich jedoch nicht zu Pickeln. 20 Prozent der Neugeborenen leidet an einem Akne ähnlichen Hautausschlag, der oftmals nach drei Monaten vorbei ist. In einigen Fällen leiden Erwachsene weiterhin an Akne. Aus einer Studie ging hervor, dass 64 Prozent der 20- bis 29-jährigen Akne hatten und 43 Prozent der 30- bis 39-jährigen. Ein andere Studie zeigte, dass drei Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen zwischen 40 und 49 Jahren noch an Akne litt.

Folgen von Akne: sozial und gesellschaftlich

Akne kann die Lebensqualität und das Selbstvertrauen negativ beeinflussen und bei Betroffenen zu Angst vor sozialer Interaktion führen. Aus Studien geht hervor, dass Frauen psychisch mehr unter Akne leiden als Männer und infolgedessen beispielsweise auch eher an Depressionen erkranken.
Ebenso wird deutlich, dass sich Akne möglicherweise auf den sozialen und wirtschaftlichen Status von Patienten auswirkt. So zeigte eine Studie, dass berufliche und schulische Leistungen von Menschen mit Akne schlechter waren als die von Menschen ohne Akne. Aus einer anderen Studie schloss man, dass die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit Akne höher war als unter Menschen ohne Akne. Und auch emotionale und Verhaltensprobleme werden mit Akne in Zusammenhang gebracht.

Akne ist erblich

Aus mehreren Studien ging hervor, dass sich die Wahrscheinlichkeit, an Akne zu erkranken erhöht, wenn Akne bei Verwandten ersten Grades vorkommt. In diesen Fällen entsteht Akne in jüngeren Jahren und ist ernster. Es muss jedoch noch weiter geforscht werden, um zu prüfen, welche Gene für das erhöhte Akne-Risiko verantwortlich sind.

Akne kommt sowohl bei dunkelhäutigen als bei hellhäutigen Menschen vor

Akne ist das Hautproblem, das sowohl bei dunkelhäutigen als auch bei hellhäutigen Menschen am häufigsten vorkommt. Es wurden verschiedene Studien durchgeführt, um zu prüfen, ob es einen Unterschied beim Vorkommen von Akne bei verschiedenen ethnischen Gruppen gibt. Aufgrund der Studienanlage können die Ergebnisse nicht generalisiert werden und kann darum nicht gesagt werden, dass Akne bei der einen Gruppe häufiger auftritt als bei der anderen.
Postinflammatorische Hyperpigmentierung (Verfärbung der Haut aufgrund früherer Beschädigung, beispielsweise als Folge von Akne) ist bei dunkler Haut häufiger als bei heller. Auch Keloide (übermäßiges Narbengewebe) treten bei dunkler Haut häufiger auf. Nodulozystische Akne (eine schwere Form von Akne) trifft Afro-Amerikaner seltener als hellhäutige Menschen oder Lateinamerikaner. Afro-Amerikaner sind jedoch eher betroffen von Pomaden-Akne (durch Haarpflegeprodukte verursacht) und Steroidakne (durch den Gebrauch von Steroiden verursacht).

Einfluss Ernährung auf Akne nicht geklärt

Obwohl oft angenommen wird, dass eine bestimmte Ernährungsweise Akne verursacht, konnte das bislang nicht nachgewiesen werden. Die Auswirkungen des Konsums von Kohlenhydraten auf die Entwicklung von Akne ist nicht ausreichend untersucht. Auch die Auswirkungen von Jod, Vitamin A, Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen sind ungeklärt. Bewiesen ist jedoch, dass sich hohe Dosen Zink möglicherweise positiv auswirken.

Milchprodukte scheinen Einfluss auf Akne zu haben

Aus einigen Studien geht hervor, dass Milchprodukte möglicherweise Akne beeinflussen. Unklar ist jedoch, ob in diesen Studien Milchprodukte zu Akne führten oder die Akne verschlimmerten. Die Autoren Bhate und Williams schlussfolgerten, dass der Beleg nicht beweiskräftig genug ist, um eine Aussage über die Effekte des Konsums von Milchprodukten auf Akne treffen zu können.

Einfluss Schokoladenkonsum noch nicht nachgewiesen

Viele Menschen denken, dass Schokoladenkonsum, vor allem in der Pubertät, Akne verursacht. Bislang wurde auf diesem Gebiet noch nicht genügend geforscht, weswegen auch noch kein Zusammenhang belegt werden konnte.

Einfluss von Sonnenlicht noch unklar

Es wurden Studien zu den positiven und negativen Auswirkungen von Sonnenlicht auf Akne durchgeführt. Dabei konnten keine positiven Auswirkungen von Sonnenlicht auf Akne nachgewiesen werden, was eventuell daran liegt, dass sich solche Studien schwierig realisieren lassen. Obwohl möglicherweise ein Zusammenhang besteht, muss man die negativen Auswirkungen des Sonnenlichts berücksichtigen: Sonnenlicht verursacht Hautkrebs. Es wurde viel zu den Effekten, das künstliches Licht auf Akne hat, geforscht. Lichttherapie bietet Patienten einige Vorteile, hauptsächlich kurzfristige. Therapie mit Blaulicht, einer Kombination von Blau- und Rotlicht oder Infrarotlicht erzielen mehr Erfolge als gelbes, rotes oder grünes Licht.

Hygiene spielt keine Rolle

Das Reinigen der Haut hat keinen Einfluss auf die Entstehung oder Heilung von Akne. Ebenso wenig entsteht Akne durch schlechte Hygiene und wird dadurch auch nicht begünstigt. Es wurde jedoch bei Akne-Patienten nachgewiesen, dass sich die Verwendung einer Seife mit einem niedrigen pH-Wert positiv auf den Schweregrad von Akne auswirkt, im Vergleich zur Verwendung einer Seife mit einem höheren pH-Wert. Ebenso wurde belegt, dass sich die Verwendung eines Reinigers positiv auswirken kann. Da die Ergebnisse nicht aussagekräftig genug sind, kann kein Rat gegeben werden, ob (zusätzliches) Reinigen gut oder schlecht für die Haut ist, um Akne zu bekämpfen.

Akne und rauchen

Bislang sind die Auswirkungen von rauchen auf Akne noch unklar. Die Ergebnisse einiger Beobachtungsstudien suggerieren, dass rauchen sich positiv auf Akne auswirkt, während andere Studien schließen, dass die Entstehung von Akne erst recht mit rauchen zusammenhängt. Der Zusammenhang zwischen rauchen und Akne wird wahrscheinlich nie nachgewiesen werden. Um dies zu erforschen, muss eine Gruppe Testpersonen zum Rauchen ermutigt werden. Wegen der schädlichen Auswirkungen von Rauchen wird einer solchen Studie jedoch keine Zustimmung erteilt werden. Es wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören, trotz möglicher positiver Auswirkungen des Rauchens auf Akne.

Einfluss des Gewichts auf Akne noch unklar

Es wurden nur wenige Studien durchgeführt, um den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Akne zu erforschen. Eine Studie zeigt, dass in einer Gruppe Kinder diejenigen, die an Akne litten, einen etwas höheren BMI hatten als die ohne Akne.

Stress und Mobbing verschlimmern Akne

Stress verschlimmert Akne.Zudem wurde nachgewiesen, dass Entspannungsübungen Akne verbessern. Ebenso gibt es Hinweise, dass sich Akne durch Mobbing verschlimmert.

Einfluss von Bakterie P. acnes noch unklar

Bislang konnte noch nicht geklärt werden, welche Rolle die Bakterie P. acnes bei Akne spielt. Früher wurde gedacht, dass diese Bakterie der Verursacher von Akne ist, während später bewiesen wurde, dass die Menge der Bakterien P. acnes bei Menschen mit und ohne Akne gleich ist. Die Schlussfolgerung einer Studie lautet, dass es unwahrscheinlich ist, dass P. acnes eine aktive Rolle bei der Entstehung von Akne spielt. Welchen Einfluss diese Bakterie nun genau hat, bleibt ungeklärt.

Schlussfolgerung

Obwohl zum Thema Akne viele Studien durchgeführt wurden, bleibt vieles ungeklärt. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass in weiteren Studien zwischen Faktoren unterschieden werden muss, die Einfluss auf die Entstehung von Akne haben und solchen, die Akne verschlimmern/verbessern. Akne muss auch in verschiedene Niveaus unterteilt werden, so dass man zwischen den Studien vergleichen kann. Weitere Studien müssen sich auf den Einfluss der Bakterie P.acnes richten, so dass man die Behandlung von Akne verbessern kann oder die Entstehung der Erkrankung verhindern kann.

 

Meinung

Dr. Jetske Ultee: „Auffallend ist, dass an der Rolle der Bakterie P. acnes bei Akne gezweifelt wird. Wenn ich bedenke, dass Benzoylperoxid doch eine der effektivsten Cremes gegen Akne ist (Benzoylperoxid tötet P. acnes ab), habe ich ehrlich gesagt, keinen Zweifel daran, zumindest in einem Teil der Fälle. Es gibt tatsächlich auch eine Menge Fälle, in denen es eine andere Ursache gibt. Und darum lässt sich Akne so schwierig behandeln: Es ist oft nicht vorherzusagen, welche Behandlung nun am effektivsten ist. Manchmal dauert es auch etwas, bevor man als behandelnder Arzt die richtige gefunden hat.“


Originaltitel:
Epidemiology of acne vulgaris

Jahr:
2013

Autoren:
K. Bhate, H.C. Williams

Wissenschaftliche Zeitschrift:
British Journal of Dermatology

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