• Sonnenschutz

Sonnenschutz

Auswirkungen von UVA- und UVB-Strahlung

Aussetzung der Haut an UV-Strahlung ist eine wichtige Ursache für die Entstehung von Hautkrebs. UVB-Strahlung wird mit DNA-Schäden in Zusammenhang gebracht, während UVA-Strahlung für die Entwicklung von reaktiven Sauerstoffverbindungen sorgt, die wiederum zu Zellschäden führen. UVB-Strahlung spielt bei kurzfristigen Sonnenschäden wie Sonnenbrand eine größere Rolle als UVA-Strahlung. Die tödlichste Form von Hautkrebs, das Melanom, wird mit Sonnenbrand in Zusammenhang gebracht. Andere Hautkrebsarten werden verursacht, wenn man sich länger ungeschützt dem Sonnenlicht aussetzt. UV-Strahlung ist auch die Ursache für Hautalterung und die Hauterkrankung Lichtdermatose. UVB-Strahlung wirkt sich aber auch positiv auf die Gesundheit aus: Es sorgt für die Bildung von Vitamin D in der Haut.

Sonnenschutz durch die Umgebung

Verschiedene Faktoren verringern oder erhöhen die Menge der UV-Strahlung, denen die Haut ausgesetzt ist:

  • UVC-Strahlung und ein Teil der UVB-Strahlung wird von Ozon absorbiert und erreicht die Erde nicht.
  • Die UV-Strahlung wird stärker, je höher Sie sich befinden: Ein Anstieg von 300 Metern sorgt für eine Zunahme der UV-Strahlung von vier Prozent.
  • Die UV-Strahlung wird stärker, je dichter Sie sich am Äquator befinden: Jeder Breitengrad sorgt für eine durchschnittliche Zunahme der UVB-Strahlung von drei Prozent.
  • Die Tageszeit: Wenn die Sonne am höchsten steht, dringen die Sonnenstrahlen durch eine dünnere Schicht Atmosphäre, wodurch mehr Strahlung die Erde erreicht.
  • Die Jahreszeit: Im Sommer steht die Sonne höher, wodurch mehr Strahlung die Erde erreicht.
  • Nebel, Wolken oder Luftverschmutzung können die UV-Strahlung zu 10 bis 90 Prozent blockieren.
  • Schnee, Sand oder Metall können bis zu 90 Prozent der UV-Strahlung reflektieren.
  • Meerwasser kann 15 Prozent der UV-Strahlung reflektieren (stehende Gewässer reflektieren kaum UV-Strahlung).
  • UV-Strahlung kann bis zu einem Meter tief in Wasser eindringen.
  • Schatten sorgt für eine Abnahme von 50 bis 95 Prozent der UV-Strahlung.

Sonnenschutz durch Kleidung

Kleidung schützt die Haut vor UV-Strahlung. Aus Studien ging jedoch hervor, dass nicht alle Kleidungsstücke gleich gut vor der Sonne schützen. Ein helles Baumwoll-T-Shirt hat beispielsweise einen Lichtschutzfaktor (LSF) von 10. Studien haben gezeigt, dass ein Drittel der Sommerkleidung einen UPF (eine vergleichbare Einheit wie LSF) von weniger als 12 bis 15 hat. Aber auch die Tatsache, ob ein Kleidungsstück nass oder trocken ist, die Farbe und das Material haben Einfluss auf dessen Schutzfaktor.

Merkmale, die den Schutzfaktor von Kleidung erhöhen:

  • fein gewebter Stoff
  • dickere Kleidung
  • Denim, Wolle, Polyester
  • weite Kleidung
  • trockene Kleidung
  • eingelaufene Kleidung
  • Kleidung, die mit einem UV-absorbierenden Material behandelt wurde
  • dunkle Kleidung
  • ungebleichte Kleidung

UV-Filter

Die Verwendung von Sonnencreme kann langfristig die Entstehung von Hautkrebs und Hautalterung verhindern und kurzfristig vor Sonnenbrand, DNA-Schäden und Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems) schützen UV-Filter lassen sich in zwei Arten einteilen. Anorganische oder physische UV-Filter reflektieren die Strahlung, während organische oder chemische Filter die Strahlung absorbieren.

UV-Filter – Physische UV-Filter

Titandioxid und Zinkoxid sind physische UV-Filter, die in Sonnencremes verwendet werden. Sie schützen die Haut, indem sie die Strahlung reflektieren. Aufgrund der reflektierenden Eigenschaften dieser UV-Filter sind sie nach dem Auftragen sichtbar, wodurch sie „kosmetisch“ weniger geeignet sind. Hersteller lösen dieses Problem, indem sie die Partikel verkleinern. Dadurch wird das sichtbare Sonnenlicht nicht so stark gestreut und das Produkt ist auf der Haut weniger sichtbar.
Sowohl Titandioxid als auch Zinkoxid haben keine hautirritierenden Eigenschaften. Es wurde auch nachgewiesen, dass Zinkoxid kaum und Titandioxid gar nicht in die Haut eindringt. Die kleinen Partikel haben jedoch die Neigung, sich auf der Haut anzureichern, was die Effizienz des Produktes verringert.

UV-Filter – Chemische UV-Filter

Chemische UV-Filter absorbieren die UV-Strahlung. Diese UV-Filter lassen sich in drei Arten einteilen: UVB-Filter, UVA-Filter und Breitspektrum-UV-Filter (Schutz vor sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung). Da UV-Filter die Haut vor UV-Strahlung verschiedener Wellenlängen schützen müssen, werden in Produkten auch oft verschiedene UV-Filter verwendet. Für den Schutz vor UVB-Strahlung wird in Europa und den USA vor allem Zimtsäure verwendet, eventuell in Kombination mit anderen UVB-Filtern. Zudem wurden Breitspektrum-UV-Filter entwickelt, wie: Tinosorb M, Tinosorb S, Mexoryl SX und Mexoryl XL. Mexoryl SX bleibt unter dem Einfluss von Licht stabil und wirkt gut in Kombination mit Mexoryl XL, wovon bekannt ist, dass es sowohl UVB- als auch UVA-Strahlung absorbieren kann. Tinosorb S bleibt auch unter dem Einfluss von Licht stabil und ist zudem ein guter UV-Filter für UVA-Strahlung. Diese Filter stabilisieren die Produkte, die auch Avobenzon enthalten. Tinosorb kombiniert die Vorteile physischer Filter mit denen chemischer. Wegen der großen Partikel, aus denen das Produkt besteht, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass diese in die Haut eindringen.

Empfehlungen

Die Autoren dieses Artikels kommen zu dem Schluss, dass Sonnencreme vor allem in der westlichen Welt nicht richtig und aus den falschen Gründen angewendet wird.
Die Menschen verwenden zu wenig Sonnencreme, verteilen sie nicht gut auf dem Körper und benutzen sie hauptsächlich dazu, um sich länger in der Sonne aufhalten zu können.
Die Autoren raten, vor allem Kleidung (oder auch Hüte) als Sonnenschutzmaßnahme einzusetzen.

Meinung

Dr. Jetske Ultee:
„Dieser Artikel gibt eine gute Übersicht der verschiedenen Methoden, auf die Menschen vor UV-Strahlung geschützt werden (können). Schutz durch Kleidung ist wichtig, aber nicht immer ausreichend.“


Originaltitel:
Photoprotection

Jahr:
2007

Autoren:
Stephan Lautenschlager, Hans Christian Wulf, Mark R Pittelkow

Wissenschaftliche Zeitschrift:
Lancet 2007; 370: 528-37

Link

Keine Kommentare

↓Klik om reacties te tonen
↓Klik om te verbergen
    Staat je vraag of antwoord er niet bij? Neem dan contact met ons op en we helpen je graag verder!