Veröffentlicht in: Margriet
Von: Karen van Ede
Datum: 14. November 2025
Microneedling ist auf dem Vormarsch: nicht nur in Kliniken, sondern auch ganz einfach im heimischen Badezimmer. Aber wie sicher ist es, selbst mit kleinen Nadeln an der Haut zu arbeiten, und was bringt das Ihrer Haut wirklich? Für Margriet hat Beauty-Journalistin Karen van Ede gemeinsam mit Dr. Jetske Ultee Microneedling für zu Hause kritisch unter die Lupe genommen – von den versprochenen Ergebnissen bis zu den Risiken von Dermarollern und Do-it-yourself-Geräten.
Sie haben sicher schon davon gehört: Microneedling. In Ihre Haut werden winzige Kanälchen gestochen, durch die wirksame Inhaltsstoffe eingeschleust werden, sodass sie die tieferen Hautschichten erreichen und feine Linien und Fältchen bekämpfen. Da inzwischen auch große Kosmetikkonzerne Microneedling für die Anwendung zu Hause anbieten, ist Beauty-Expertin Karen van Ede der Methode genauer auf den Grund gegangen.
Winzige Löchlein in die Haut stechen, um anschließend wirksame Inhaltsstoffe einzuschleusen: Die einen gruseln sich bei dem Gedanken an Microneedling, die anderen schwören darauf. Hauttherapeutinnen und -therapeuten sind meist begeistert – die meisten jedenfalls. Trinny von Trinny London gehörte zu den Ersten, die
Microneedling für die Anwendung zu Hause verfügbar gemacht haben, mit einer speziellen Rolle und den passenden Seren.
Stiche in die Haut
Selbst als Beauty-Journalistin weiß ich noch immer nicht so recht, was ich davon halten soll. Aber jetzt, da auch klassische Marken wie Lancôme und Shiseido Pflegeprodukte anbieten, die über mikroskopisch kleine Stiche in die Haut eingebracht werden, sollte ich mich vielleicht doch einmal heranwagen.
Da ich eine empfindliche Haut habe, die schnell rot wird, und die Mikro-Nadel bisher gemieden habe, habe ich meine Frage der Kosmetikexpertin Dr. Jetske Ultee vorgelegt. To microneedle or not to microneedle? Unter den wachsamen Augen der Hauttherapeutin verwendet Jetske Ultee den Dermapen – so heißt das Microneedling-Gerät.
Weniger Fältchen und feine Linien
Sie sagt: „Der Dermapen ist ein elektrisches Gerät mit winzigen Nadeln, mit dem die Hauttherapeutin über Ihr Gesicht fährt. Mit hoher Geschwindigkeit bewegen sich diese Nadeln in Ihrer Haut, sodass Mikokanälchen (und Mikroverletzungen) entstehen. Dadurch können gute, aktive Wirkstoffe tiefer in Ihre Haut eingebracht werden, und Sie regen gleichzeitig die Kollagenbildung an
Kollagen ist ein Protein, das wichtig für die Festigkeit Ihrer Haut ist. So können auch Fältchen und feine Linien zurückgehen. Außerdem hilft Microneedling gegen Pigmentflecken und kleine Narben nach Pickeln (oder Akne), und Sie können damit Ihre Hautstruktur verbessern. Microneedling stärkt zudem Ihre Hautbarriere – das ist besonders angenehm, wenn Sie unter Melasma, einem anderen Wort für Hyperpigmentierung, leiden.“
Geräte für zu Hause: Bitte vorsichtig sein
„Auch für zu Hause können Sie solche Geräte kaufen. Aber ich wäre damit wirklich vorsichtig“, warnt Jetske. „Wenn Sie nämlich zu stark oder zu tief in die Haut gehen, können Sie diese sehr leicht schädigen oder Beschwerden wie Irritationspigmentierung, Pickel oder Narben verursachen. Bei falscher oder übermäßiger Anwendung können diese Tools Ihre Haut regelrecht kaputtmachen. Und das kann dafür sorgen, dass schädliche Stoffe und Bakterien leichter in Ihre Haut eindringen können.
Risiko für Schäden und Kratzer
Eigentlich sollten Sie die Anatomie des Gesichts kennen: Die Haut ist nicht überall gleich dick. Außerdem ist jedes Gesicht anders. Sie müssen wissen, wie tief Sie gehen können. Vor allem Dermaroller rate ich wirklich ab. Ein Dermaroller dringt nämlich schräg in die Haut ein statt gerade (wie beim normalen Dermapen für zu Hause oder in der Klinik). Dadurch ist das Risiko für Schäden (kleine Kratzer) in der Haut größer. Und dieses Risiko steigt noch einmal, wenn die Nadeln stumpf werden.
Schon wenn Sie das Gerät nur einmal stoßen, können sich kleine Widerhaken an den Nadeln bilden. Dann können Irritationspigmente und kleine Narben entstehen. Auf einem Kongress habe ich sogar gehört, dass Menschen, die regelmäßig einen Dermaroller benutzen, häufiger vergrößerte Poren bekommen. Haben Sie Ekzeme oder Rosazea? Dann sollten Sie bitte auf keinen Fall mit solchen Geräten für zu Hause experimentieren.“
Nadeln für die Anwendung zu Hause
„Es gibt bereits Patches mit wasserlöslichen ‚Nadeln‘“, sagt Jetske. „Sie bestehen zum Beispiel aus Kristallen. In diesen Nadeln stecken aktive Inhaltsstoffe wie Salicylsäure, Hyaluronsäure, Kollagen oder grüner Tee. Sobald die Nadeln mit der Feuchtigkeit Ihrer Haut in Kontakt kommen, beginnen sie sich aufzulösen und setzen die aktiven Wirkstoffe frei. Das Schöne ist, dass diese ‚Nadeln‘ keine echten Nadeln sind. Zusammen mit dem okklusiven Effekt des Patches helfen sie aber trotzdem dabei, dass die Inhaltsstoffe tiefer in die Haut gelangen und wirksam werden. In der Regel verwenden Sie solche Patches nur punktuell – etwa auf einem Pickel oder unter den Augen – und nicht im ganzen Gesicht.“