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Baden in Magnesium – wie heilsam ist das?

Magnesium-Salze und -öle für die Haut sind schon seit einiger Zeit populär. Seit kurzem bin auch ich ein Fan. Denn ein solches Mineralbad füllt nämlich auf sehr effektive Weise den Magnesiumspiegel auf und lindert so Beschwerden wie Müdigkeit, Migräne und Muskelkrämpfe. Auch bei bestimmten Hautbeschwerden kann ein Salzbad helfen. Warum?

Was bewirkt Magnesium?

Magnesium ist ein sehr wichtiges Mineral für den Körper. Es ist also ein Stoff den wir, genauso wie Eisen, Zink oder Calcium, nicht selbst bilden, sondern mit unserer Nahrung aufnehmen. Magnesium spielt in sehr vielen Prozessen im Körper eine Schlüsselrolle. So ist es am Knochenaufbau und der Weiterleitung von Reizen in unserem Nervensystem beteiligt. Das Mineral ist auch unentbehrlich für eine gute Muskelfunktion, zu denen auch die des Herzens zählt. Außer dem Herzrhythmus reguliert Magnesium auch noch den Blutdruck und spielt bei der Wirkung des Immunsystems eine Rolle. Magnesium sorgt faktisch auch für Entspannung, nicht nur der Muskeln sondern auch des Gehirns.

Worin ist es enthalten?

Auf unserem Speiseplan stehen genügend Nahrungsmittel, mit denen wir unseren Magnesiumbedarf decken können sollten. Das Mineral ist in Brot, Getreideprodukten, grünem Tee, Nüssen, Milch und Fleisch enthalten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte ein Mangel kaum vorkommen. Und doch gibt es Faktoren, die die Einnahme von Magnesium unter Druck gesetzt haben. Deutsche Böden sind sowieso nicht reich an Magnesium. Hinzu kommt, dass der landwirtschaftlich genutzte Boden durch die Verwendung von Kunstdünger verarmt. Das Mineral geht in einigen Fällen auch durch verschiedene Lebensmittelverarbeitungsverfahren und Medikamentengebrauch verloren.

Beschwerden durch Magnesiummangel

Ein Magnesiummangel lässt sich nur schwer mit einer Blutuntersuchung nachweisen. Schlimmer noch: Ein Magnesiummangel geht nicht immer mit niedrigen Magnesiumwerten im Blut einher, denn das Mineral kann auch aus den Knochen gelöst werden, um die Blutwerte zu korrigieren. Es gibt jedoch Beschwerden, die einem zu niedrigen Magnesiumspiegel zugeschrieben werden können. Die wichtigsten sind: Lustlosigkeit, nicht schlafen können, Müdigkeit, Muskelkrämpfe, müde Beine und Migräne. Eine unzureichende Einnahme von Magnesium erhöht auch die Wahrscheinlichkeit auf eine Anzahl chronischer Erkrankungen, wie Osteoporose, Diabetes Typ II sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ergänzen: einnehmen oder baden

Natürlich gibt es verschiedenste Nahrungsergänzungsmittel, um Ihren Mineralienspiegel täglich aufrechtzuerhalten. Viele dieser Mittel enthalten jedoch Magnesiumoxid, eine Form die weniger gut vom Körper aufgenommen wird. Zudem können bei einer Überdosierung leicht Darmbeschwerden wie Durchfall auftreten. Darum können Sie anstelle von einnehmen auch baden oder eincremen. Studien haben nämlich gezeigt, dass Magnesium in Flocken- oder Ölform sehr gut von der Haut aufgenommen wird und so gut ins Blut gelangen kann.

Die bewährten Salzbäder

So neu sind Salzbäder zum Zwecke der Gesundheit natürlich nicht. Therapien im Toten Meer oder mit Salz aus dem Toten Meer werden immerhin seit vielen Jahren bei verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden angewendet, vor allem bei Hautproblemen wie Ekzemen und entzündlichen Krankheiten wie Psoriasis und Arthritis. Die heilsame Wirkung dieser Therapien sind übrigens hauptsächlich anekdotisch, werden aber schließlich zu einem großen Teil den Meeresmineralien zugeschrieben, und dann vor allem Magnesium. Sehr interessant war darum auch die Doktorarbeit eines australischen Biotechnologen über den tatsächlichen Effekt von Magnesium auf die Hautbarriere und das Immunsystem. Eine der ersten und wichtigsten Fragen war dabei: Dringt Magnesium eigentlich durch die Haut?

Durch die Hautbarriere

Man sollte annehmen, dass Magnesium, oder jeder andere Soff, nicht einfach so gesunde Haut mit einer normal funktionierenden Hautbarriere durchdringen kann. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass das unter bestimmten Umständen geschieht, wie bei erhöhter Temperatur oder verändertem Hautzustand (beispielsweise einer hohen Konzentration Salze in der Umgebung bzw. im Wasser) oder mithilfe von Stoffen, die die Durchdringung fördern. Bei beschädigter Haut, wie bei einem Ekzem, gelangen die Magnesiumteilchen übrigens etwas leichter in die Haut. Die Wissenschaftler bewiesen dabei auch, dass Magnesium für eine Schutzreaktion der Haut sorgte.

Auswirkungen auf Entzündungsprozesse

Die australische Studie zeigte nicht nur, dass Magnesium die Haut durchdringen kann, sondern untersuchte danach auch die Auswirkungen des Minerals auf das Immunsystem. Es ist nämlich bekannt, dass ein Magnesiummangel bei bestimmten Entzündungsprozessen eine Rolle spielt. Dass ein Bad im Salz aus dem Toten Meer entzündliche Erkrankungen wie Arthritis und Psoriasis lindern kann, ist möglicherweise auf den direkten Effekt von Magnesium auf bestimmte Entzündungsfaktoren des Immunsystems zurückzuführen. Möglicherweise lassen sich so auch die positiven Erfahrungsberichte über Magnesium bei Rosazea erklären.

Von Bad zu Blut

Als ich im Anschluss noch eine Studie fand, in der die Blutwerte nach Magnesiumbädern gemessen wurden, war ich überzeugt. Inzwischen steht bei mir zu Hause eine Packung Magnesium-Flocken auf dem Badewannenrand.
Magnesium ist übrigens auch als Öl erhältlich, das Sie auf die Haut auftragen oder sprühen können. Dieses Öl wird aus einer der reinsten Quellen gewonnen, die es gibt, nämlich der Zechstein Zee. Dieser Millionen Jahre alte Binnensee liegt unter unserem Nachbarland, den Niederlanden.

Entspannen Sie sich!

Gute Magnesiumchlorid-Flocken haben denselben pH-Wert wie die Haut (zwischen 4,5 und 5,5) und werden den Säuregrad nicht angreifen. Das sollten Sie vor dem Kauf immer kontrollieren. Fühlt sich Ihre Haut nach einem Salzbad oder nach dem Einsprühen mit Magnesium etwas trocken an, können Sie am besten einen guten Moisturizer oder eine gute Bodylotion verwenden. Tragen Sie diese am besten auf die noch feuchte Haut auf, so dass die Feuchtigkeit gut eingeschlossen wird.

Herzliche Grüße

Jetske Ultee

(Dr. Jetske Ultee – Forschungsärztin kosmetische Dermatologie)

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