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Die Hautpflege Trends für 2017

In Interviews werde ich oft nach neuen Entwicklungen und Trends gefragt. In neun von zehn Fällen stammen diese von Marketingabteilungen und basieren selten auf wissenschaftlichen Grundlagen. Trotzdem interessiert es mich immer, denn es könnte ja ein Trend dabei sein, mit dem sich all unsere Hautprobleme lösen ließen und wir Jahre jünger erscheinen … Die drei wichtigsten Trends möchte ich gern mit Ihnen teilen:

1. Anti-Pollution-Produkte

Der „Anti-Verschmutzungs-Trend“ hat Europa aus Asien erreicht, wo Luftverschmutzung schon einige Jahre auf der Agenda der Kosmetikhersteller steht. Mit vielen stark verschmutzten Städten wie Neu-Delhi und Bangalore in Indien, Bangkok in Thailand sowie Shanghai und Peking in China ist das auch nicht verwunderlich. Wer diese Städte und Länder schon einmal besucht hat, weiß, dass nicht nur die Luftwege, sondern auch die Haut zusätzlichen Schutz gut gebrauchen kann. Und damit meine ich nicht den Sonnenschutz, sondern vor allem auch Schutz vor dem Feinstaub in der Luft. Es wurde inzwischen nachgewiesen, dass Luftverschmutzung die Haut schädigt und so Hautreizungen, Hautalterung und Hauterkrankungen wie Akne und Psoriasis verursachen kann. Aus Studien ging sogar hervor, dass Menschen, die in Städten wohnen, öfter von Pigmentflecken betroffen sind. Übrigens klingt anti pollution sehr wichtig, um Schäden vorzubeugen, bedarf es jedoch keiner speziellen Inhaltsstoffe. Aus Studien wissen wir, dass die Schmutzteilchen auf der Haut in Chinone umgewandelt werden, die wiederum Radikale bilden, die die Haut schädigen. Die Radikalbildung tritt auch bei Aussetzung an UV-Licht ein.

Mein Rat gegen Verschmutzung: Waschen Sie sich abends gründlich das Gesicht, um alle Feinstaubteilchen zu entfernen und verwenden Sie Hautpflegeprodukte mit Antioxidantien, um freie Radikale einzufangen. Zum Schluss noch eine positive Nachricht: Luftverschmutzung hat auch einen Vorteil, denn Smog blockiert einen Teil der schädlichen UV-Strahlung…

2. Alle Augen auf Bakterien

Probiotika bleiben auch 2017 ein aktuelles Thema, auch hier gibt es viele Trends. Nach der Lebensmittelindustrie richtet sich auch die Kosmetikbranche bereits seit einiger Zeit auf den Einsatz „guter“ Bakterien zur Gesunderhaltung der Haut.

Es ist bekannt, dass die in unserem Körper vorkommenden Bakterien von entscheidender Bedeutung für unser Immunsystem und unsere Gesundheit sind. Das gilt auch für die Haut. Hier wird immer deutlicher, dass bei bestimmten Hautproblemen die Balance zwischen den Hautbewohnern gestört ist. Die Frage ist, ob man die Bakterienzusammensetzung beeinflussen und somit den Hautzustand verbessern kann, zum Beispiel mit Probiotika oder anderen Inhaltsstoffen in Hautpflegeprodukten. Hautbakterien stehen, kurz gesagt, deutlich im Fokus.

Es wird noch eine Weile dauern, bis wir wirklich den richtigen „Bakteriencocktail“ gefunden haben, der je nach Beschwerde auf die Haut aufgetragen oder eingenommen werden kann. Da ich davon überzeugt bin, dass gute Bakterien auf der Haut sehr wichtig für unsere Hautgesundheit sind und wir darum sehr vorsichtig mit aggressiven Hautpflegeprodukten und Antibiotika umgehen müssen, bereite ich zu diesem Thema Studien vor. Ich verspreche, dass ich Sie auf dem Laufenden halten werde!

3. Kosmetika passend zu Ihrer DNA

Es gibt bereits einige (US-amerikanische) Unternehmen, die es tun: DNA-Analysen anbieten, mit deren Hilfe man Kosmetikprodukte auf die Haut abstimmen kann. Das Ergebnis zeigt, wie gut Ihre Kollagenbildung ist, aber auch inwieweit Ihre Haut sich selbst vor der Sonne schützen kann und ob und wie gut Ihr Körper Zucker verarbeitet. Das ist nämlich alles genetisch bedingt. Auch bei verschiedenen Hautproblemen gibt es eine genetische Komponente. Durch eine zielgerichtete DNA-Analyse könnte Skin care sehr gezielt empfohlen werden. Es wird davon ausgegeangen, dass wir zukünftig mehr dna based Beauty sehen werden.

L’Oréal lancierte kürzlich, während der Verleihung der Golden Globes, bereits seine Kampagne Your Skin, Your Story. Obwohl die Kampagne weder mit Genetik noch DNA zu tun hat, ist die Botschaft im Einklang mit dem fortschreitenden Personalisieren von Kosmetika. „Da jede Haut eine einzigartige Geschichte erzählt.“ Darüber werde ich in Kürze mehr schreiben. Behalten Sie meinen Blog also gut im Auge!

Herzliche Grüße

Jetske Ultee

(Dr. Jetske Ultee – Forschungsärztin kosmetische Dermatologie)