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Hydroquinone (Hydrochinon) bei Pigmentflecken

Pigmentierungen „wegcremen“? Hydroquinone!

Glücklicherweise wissen wir es inzwischen besser. Dank vieler Studien verstehen wir auch, wie Pigmentflecken entstehen und wie wir sie behandeln können. Ich habe bereits eher auf meinem Blog geschrieben, dass Pigmentflecken (vielleicht in noch größerem Maße als Falten) uns älter erscheinen lassen (siehe Illustration). Sie sind auch der häufigste Grund für den Besuch eines kosmetischen Dermatologen (circa 20 Prozent!). Viele Kosmetikprodukte versprechen, dass sie die Flecken entfernen können. Lassen Sie sich nicht verrückt machen: Die meisten sind wirkungslos. Pigmentierungen sind ein komplexes Hautproblem, dass sich nicht einfach so mit Cremes lösen lässt. Das geläufigste und am besten getestete Mittel gegen Pigmentflecken ist Hydroquinone (oder Hydrochinon). In der Natur kommt es in vielen Pflanzen vor, aber auch in Kaffee, Tee, Bier und Wein.

Wie wirkt es?

Hydroquinone „depigmentiert“ die Haut, wodurch vorhandene Pigmentflecken weniger sichtbar werden. Es wird weniger Pigment produziert. Das ist möglich, da die Umwandlung von Tyrosin zu Melanin gebremst wird. Das klingt ziemlich wissenschaftlich, darum werde ich versuchen, es kurz zu erklären:

Pigment oder Melanin ist der braune Farbstoff, der von der Haut produziert wird. Dieses Melanin sorgt auch dafür, dass die Haut ihre braune Farbe erhält. Wenn Melanin gleichmäßig produziert wird, bekommt man eine gleichmäßig braune Farbe. Wird dieser Prozess zum Beispiel durch Hormone, Wunden oder Akne gestört, entstehen Pigmentflecken. Hydroquinone unterdrückt die Produktion von Melanin. Die Haut hat nicht die Möglichkeit, braune Farbe zu produzieren und sie an die Stellen zu transportieren, an denen der Prozess gestört ist. Es bleicht die Haut also nicht, sondern verhindert die Entstehung von Pigmentflecken (Zoe Draelos, Cosmeceuticals).

Verwenden Sie es vorsichtig

  1. Schützen Sie sich IMMER vor der Sonne. Sonst bekämpfen wir nur die Symptome und nicht die Ursache. Die Sonne „stimuliert“ die Melaninproduktion, während Hydrochinon sie bremst.
  2. Steigern Sie die Anwendung langsam. Beginnen Sie mit einmal in drei Tagen. Geht es gut? Verwenden Sie es dann alle zwei Tage und schließlich täglich. Achten Sie darauf, dass es Ihre Haut nicht reizt. Sollte das doch so sein, verwenden Sie es dann seltener.
  3. Tragen Sie es am besten abends auf.
  4. Erwarten Sie kein sofortiges Ergebnis. Das dauert mit Sicherheit einige Wochen. Verwenden Sie Hydrochinon auch nicht unbegrenzt, beenden Sie die Anwendung spätestens nach sechs Monaten.
  5. In den Niederlanden sind Produkte mit Hydrochinon nicht frei erhältlich, im Gegensatz zu den USA (RIVM) und Deutschland, wo es in niedrigen Konzentrationen (0,5 bis 2 Prozent) frei erhältlich ist. Für höhere Konzentrationen (ab 4 Prozent) benötigt man ein Rezept vom Hausarzt oder Dermatologen. Halten Sie sich an die verschriebene Konzentration, die zwischen zwei und vier Prozent liegen wird.

Nebenwirkungen …

Es existieren viele beängstigende Geschichten zu diesem Stoff. Es ist richtig, dass Hydrochinon die Haut etwas austrocknen und reizen kann, vor allem am Anfang. Wenn Sie die Anwendung jedoch langsam steigern und zusätzlich eine gute hydratisierende Creme verwenden, ist die Hautreizung in der Praxis halb so schlimm. In sehr seltenen Fällen kann die Verwendung von Hydrochinon zu Ochronose führen, dem Dunkler- oder sogar Schwarzwerden von Hautstellen, was sich nur schwer rückgängig machen lässt. Das ist jedoch nur bei Menschen aufgetreten, die große Mengen von hoch konzentriertem Hydrochinon verwendeten und/oder es jahrelang verwendeten. Aus Studien ging zudem hervor, dass es in hohen Dosen bei Mäusen möglicherweise krebserregend ist – was in anderen Studien widerlegt wurde (Abstract). Es gibt sogar eine Studie, die besagt, dass Hydrochinon möglicherweise vor Krebs schützt (Abstract).

Zusammenfassend kann man sagen, dass es seit Jahrzehnten verwendet und weltweit von führenden Dermatologen verschrieben wird und dass es gut erforscht wurde. Die Wirkung ist bewiesen und sofern umsichtig verwendet, ist es ein Inhaltsstoff, den ich auf jeden Fall zur Behandlung von Pigmentflecken empfehlen kann.

 

Herzliche Grüße

Jetske Ultee

(Dr. Jetske Ultee – Forschungsärztin kosmetische Dermatologie)