Melasma: Ascorbic Acid versus Hydroquinone
Bei jedem fünften Besuch beim kosmetischen Dermatologen geht es um Pigmentflecken. Pigmentflecken können sehr hartnäckig sein und lassen Sie (vielleicht noch mehr als Falten) älter erscheinen als Sie sind. Wenn Sie das Angebot von allen „enlightening“ Produkten sehen, die die Regale füllen, können Sie beinahe glauben, dass sich die lästigen Flecken einfach wegcremen lassen. Aber so einfach geht das nicht. Bevor Sie sich also dazu entschließen, für diese Art Produkte Geld auszugeben, rate ich Ihnen, noch etwas mehr über dieses Thema zu lesen! Ascorbic Acid könnte helfen…
Hilfe! Was kann ich daran tun?
Es gibt durchaus Produkte und Methoden zur Behandlung von Pigmentflecken. Mit etwas Durchhaltevermögen kann man ein gutes Ergebnis erzielen. Im Allgemeinen lassen sich die besten Ergebnisse mit der Kombination von Laserbehandlungen und lokalen Produkten erreichen. Der Erfolg ist aber in großem Maße von der „Form“ der Pigmentierung abhängig. Außer Menschen, die an sogenannten Altersflecken leiden, sehe ich in der Klinik viele junge Frauen, die an Melasmen leiden. Melasmen sind bizarr geformte braune Flecken, die durch eine Kombination von genetischer Veranlagung, Sonnenlicht, Wärme und Hormonhaushalt entstehen. Frauen (90 Prozent) im fruchtbaren Alter sind am häufigsten betroffen. Oft verschlimmern sich die Flecken während der Schwangerschaft. In diesem Fall spricht man dann von einer Schwangerschaftsmaske. Die Flecken werden oft als sehr störend erfahren und sind nur schwer zu behandeln.
Effekt von Hydroquinone & Ascorbic Acid auf Melasmen
2004 wurde eine Studie zur Wirksamkeit der Stoffe Hydroquinone & Ascorbic Acid (Vitamin C) bei Melasmen (Abstract).
16 Frauen trugen 16 Wochen lang auf der einen Seite ihres Gesichtes eine Creme mit fünf Prozent Ascorbic acid auf, auf der anderen Seite eine Creme mit vier Prozent Hydroquinone. Auf der obere Abbildung sehen Sie das Ergebnis von Ascorbic Acid, unten das von Hydroquinone.


Beide Cremes wirkten bei den meisten Frauen gut:
Die Creme mit vier Prozent Hydroquinone führte bei 93 Prozent zu einem guten bis hervorragenden Resultat, bei elf der 16 Frauen kam es zu Nebenwirkungen.
Die Creme mit fünf Prozent Ascorbic Acid ließ bei 62,5 Prozent eine signifikante Verbesserung sehen – nur bei einer Person kam es zu Nebenwirkungen.
Alle Testpersonen verwendeten während des Testzeitraums eine Sonnencreme.
Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten …
Die Schlussfolgerung der Studie ist, dass nicht nur Hydrochinon, sondern auch Vitamin C Melasmen verbessern kann. Obwohl mit der Verwendung von Hydrochinon ein etwas besseres Resultat erreicht werden konnte als mit Vitamin C, sorgte es auch für mehr Hautreizung. Übrigens ist Hydrochinon rezeptpflichtig und Produkte mit Vitamin C frei erhältlich. Leider sind nur sehr wenig Produkte auf dem Markt, die mindestens fünf Prozent Vitamin C enthalten. Steht Ascorbic acid nicht im ersten Drittel der Liste der Inhaltsstoffe, dann ist die Konzentration sehr wahrscheinlich zu gering. Zudem muss ein Produkt mit Vitamin C wirklich gut verpackt werden, denn sowohl Ascorbic Acid als auch die stabilisierten Formen von Vitamin C (zum Beispiel Sodium ascorbyl phosphate) vertragen keinen Sauerstoff. Machen wir uns auf die Suche nach einem Produkt in einem Pumpspender.
Herzliche Grüße
Jetske Ultee
(Dr. Jetske Ultee – Forschungsärztin kosmetische Dermatologie)


