Ernährung und Rosazea

Wenn ich das, was ich heute täglich esse, mit dem vergleiche, was ich vor einigen Jahren aß, stelle ich einige Unterschiede fest … Heute beginne ich meinen Tag mit einer Portion Haferflocken, entscheide mich öfter für einen Salat und esse wenig Kohlenhydrate. Da Studien gezeigt haben, dass eine Diät mit vielen (schlechten) Kohlenhydraten die Hautalterung beschleunigt, ist es für mich viel einfacher, den Teller mit Nudeln oder das Weißbrot mit Schokoladenflocken stehen zu lassen. Eine gesunde Ernährung hat aber auch eine Schattenseite, denn durch eine Ernährungsumstellung können sich Hauterkrankungen verschlimmern. Es handelt sich dann vor allem um Menschen mit Rosazea, aber auch Ekzeme können sich durch die Ernährungstipps, die man in all den Hochglanzmagazinen liest, verschlimmern. Ich werde Ihnen erklären, warum das so ist.

Viele Menschen mit Rosazea und anderen Hautproblemen achten sehr bewusst auf ihre Ernährung und essen Unmengen an Obst und Gemüse und trinken literweise Tee. Der Naturwarenladen freut sich darüber! Es gibt aber ziemlich viele Gemüse-, Obst- und Gewürzarten, die viel Histamin enthalten. Insbesondere Tomaten, Spinat, Avocado, Mango, Kiwi, Erdbeeren und Gewürze wie Zimt und Koriander sind wirklich berüchtigte Histaminquellen*. Normalerweise weiß Ihr Körper, wie er damit umgehen muss, aber ein Teil der Menschen mit Rosazea (und Ekzemen) vertragen diese Produkte nicht so gut (Studie). Die viel gepriesene Smoothies aus Spinat, Avocado und Mango enthalten zwar viele Antioxidantien, können jedoch mit ein wenig Pech auch die Hautprobleme verschlimmern.


Werden Sie Ihre Rosazea, Ihr Ekzem oder unruhige Haut nicht los, probieren Sie es dann einfach einmal aus! Gerade wenn Sie auch oft unter gereizten Augen, heuschnupfenartigen Beschwerden oder sogar Migräne leiden, ist es einen Versuch wert. Meiden Sie einige Wochen möglichst viele histaminhaltige Nahrungsmittel und führen Sie ein Ernährungstagesbuch. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Ihr Hautbild dadurch verbessert.

Sollte es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen histaminhaltigen Nahrungsmitteln und Ihrem Hautproblem geben, dann können Sie immer noch schnell ein Antihistaminikum nehmen, wenn Ihre Schwiegermutter Ihnen ein indisches Curry, einen Thunfischsalat oder ein Spinatgericht vorsetzt. Das ist in der Drogerie erhältlich!

 

Herzliche Grüße

Jetske Ultee

Dr. Jetske Ultee – Forschungsärztin kosmetische Dermatologie)

 

*Die Liste der histaminhaltigen Produkte ist sehr lang, aber das größte Risiko auf Probleme bergen:

  • Alte Käse, Blauschimmelkäse, Joghurt
  • Soja, Schokolade, Walnüsse, Cashewnüsse, Erdnüsse und Pekannüsse
  • Brot mit vielen Farbstoffen und Konservierungsmitteln
  • Tomaten, Spinat, Sauerkraut, Aubergine, Kürbis, Avocado, Sojabohnen, Pilze, Kidneybohnen, Gurken
  • Koriander, Curry, Zimt, Paprikapulver, Chilipulver, Anis, Muskatnuss
  • Champagner, Wein (und dann vor allem Rotwein)
  • Tee
  • Essig, Fertigdressings, Senf, Tomatenketchup
  • Zitrusfrüchte (u.a. Apfelsinen und Zitronen), Erdbeeren, Ananas, Kirschen, Aprikosen, Himbeeren, Papaya, Trockenobst
  • Salami, Speck, Wurst, aufgewärmte Mahlzeiten mit Fleisch, Fisch (vor allem wenn dieser nicht ganz frisch ist und es sich um Fisch aus der Dose handelt)