Manchmal bekomme ich Fragen, für die ich mich wirklich einmal hinsetze. Zum Beispiel diese: Ab wann ist Wasser so hart, dass es Hautprobleme verursachen kann? Wirken Wasserenthärter, und welche würde ich empfehlen? Ich habe dazu recherchiert und auf Social Media nach Ihren Erfahrungen gefragt. Schauen Sie sich nur einmal diese spannenden Reaktionen an ...
Wasser ist doch nicht hart, oder?
Wasser ist natürlich nicht „hart“, wird aber so genannt wegen der harten, weißen Ablagerungen, die sich zum Beispiel im Wasserkocher, in der Kaffeemaschine oder im Bad absetzen. Dieser Kalk besteht im Grunde aus den gelösten Mineralstoffen Kalzium und Magnesium, die in unserem Leitungswasser vorkommen. Je höher dieser Gehalt, desto „härter“ ist Ihr Wasser – und desto kräftiger müssen Sie schrubben, um Ihre gläserne Duschwand wieder sauber zu bekommen.
„Wir haben eine Härte von 8 °dH, das ist mittel – meine Haut trocknet schon etwas aus“
In Deutschland/Niederlanden unterscheidet sich die Härte (°dH) des Wassers je nach Region. An den meisten Orten liegt die Wasserhärte etwa bei 8 °dH. Ab 8 °dH spricht man von mittelhartem Wasser, ab 12 °dH von hartem Wasser und ab 18 °dH von sehr hartem Wasser. Da müssen Sie fast nicht mehr ins Fitnessstudio, wenn Sie jede Woche Ihr Bad putzen. Ihre Haut wird solch hartes Wasser wahrscheinlich auch nicht allzu angenehm finden.
„Unser Wasser ist sehr hart. Ich darf nicht zu oft und nicht zu heiß duschen, sonst wird meine Haut extrem empfindlich und trocken“
Es ist bekannt, dass hartes Wasser Hautprobleme begünstigen kann. Das liegt daran, dass sich Seifenreste in hartem Wasser schlechter lösen. Sie bleiben zusammen mit dem Kalk auf der Haut zurück. Diese Kombination kann die Haut reizen – mit Folgen wie trockenerer Haut oder einer Verschlechterung von Ekzem-Beschwerden.
„Wenn ich zu Hause dusche, habe ich Locken, in Gegenden mit hartem Wasser eher weniger“
Nicht nur Ihre Haut, auch Ihr Haar kann unter hartem Wasser leiden. Es wird weniger weich und lässt sich schlechter kämmen. Shampooreste werden durch hartes Wasser nicht gut ausgespült. Sie bleiben gemeinsam mit dem Kalk im Haar zurück und beschweren es. Das kann erklären, warum Sie in Regionen mit hartem Wasser weniger Locken haben oder häufiger einen Bad Hair Day erleben.
Wann ist hartes Wasser zu hart?
Ab welcher Wasserhärte Sie Probleme bekommen, ist gar nicht so einfach zu sagen. Es gibt dazu nämlich kaum gute Studien. Vermutlich ist das auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Jede Haut ist anders und reagiert entsprechend unterschiedlich. Vor allem Menschen mit empfindlicher Haut, Ekzem oder Rosazea berichten, dass sie auf hartes Wasser reagieren.
Wasserenthärter: Welche wählen Sie?
Hartes Wasser lässt sich mit einem Wasserenthärter weicher machen. Grob gesagt gibt es zwei Techniken, zwischen denen Sie wählen können: den Ionenaustauscher und eine Umkehrosmose-Anlage. Das klingt ein wenig technisch, ist aber hilfreich, wenn Sie über die Anschaffung eines Wasserenthärters nachdenken.
Ionenaustauscher: der Tauschtrick
➤ Ein Ionenaustauscher besteht aus kleinen Kügelchen, die Kalzium und Magnesium aus dem Wasser herausfiltern und gegen Natrium (Bestandteil von Kochsalz) austauschen. Nach einiger Zeit sind diese Kügelchen mit Kalzium und Magnesium gesättigt und müssen mit Salzwasser gespült werden. Dieses salzige Wasser enthält Kochsalz (Natriumchlorid). Das Natrium aus dieser Lösung bindet wieder an die Kügelchen und verdrängt dabei Kalzium und Magnesium. Diese Mineralien werden weggespült und landen im Abfluss. Im Grunde ist das ein cleverer Tauschtrick.
Umkehrosmose-Anlage: ein Sieb
➤ Eine Umkehrosmose-Anlage nutzt eine halbdurchlässige Membran. Das Wasser wird hindurchgedrückt; die Membran wirkt wie ein Sieb: Nur die kleinen Wassermoleküle passieren, die größeren Kalzium- und Magnesiumteilchen bleiben zurück. Diese Methode ist langsamer als ein Ionenaustauscher und verursacht viel Wasserverlust. Man benötigt 3 bis 5 Liter Wasser, um 1 Liter aufbereitetes Wasser zu erhalten.
Kleines Gerät an der Duschbrause
➤ In letzter Zeit sehe ich häufig Zylinder, die zwischen Wasserleitung und Duschkopf montiert werden. Sie enthalten meist dieselben Kügelchen wie ein Ionenaustauscher. Diese werden jedoch nicht mit Kochsalzlösung gespült, sodass der Kalk nicht dauerhaft entfernt wird. Ihr Duschwasser kann sich anfangs etwas weicher anfühlen, aber irgendwann sind die Kügelchen gesättigt und haben kaum noch Wirkung. Eine Followerin berichtete, dass ein solches Gerät das Wasser zwar etwas anders anfühlen ließ, aber kaum Einfluss auf ihre Haut hatte.
Ihre Erfahrungen mit Wasserenthärtern
Ich habe von Ihnen sehr unterschiedliche Rückmeldungen zum Effekt von Wasserenthärtern bekommen. Einige berichten von weniger trockener Haut, weicherem Haar, weniger Ekzem und weniger Juckreiz. Andere sehen oder spüren überhaupt keinen Unterschied. Und manche berichten sogar von einer Verschlechterung ihrer Beschwerden. Viele erwähnen allerdings, dass sie deutlich weniger Shampoo, Waschmittel und Reinigungsmittel benötigen. Ein Punkt, in dem sich fast alle einig sind: Es ist großartig, keine Kalkablagerungen mehr zu haben. Verständlich – das spart eine Menge Putzarbeit.
Also: Einen Wasserenthärter anschaffen oder nicht?
Lohnt es sich nun, einen Wasserenthärter zu kaufen? Eine eindeutige Antwort ist schwierig. Es bleibt eine persönliche Entscheidung. Wenn Sie zum Beispiel merken, dass Sie in Regionen mit hartem Wasser viele Beschwerden haben, diese aber in einem Urlaubsort mit weichem Wasser deutlich nachlassen, kann ein Wasserenthärter für Sie interessant sein. Solch ein Gerät ist allerdings recht kostspielig und erfordert Wartung. Außerdem ist eine Hautverbesserung – wie Ihre Rückmeldungen zeigen – keine Garantie. Was sollten Sie auf jeden Fall tun? Reinigen Sie Ihre Haut mit sehr milden, wenig schäumenden Reinigern. Entfernen Sie anschließend die letzten Reste von Wasser und Cleanser mit einem Wattepad und Toner. So haben Kalzium, Magnesium und Seifenreste keine Chance, gemeinsam ein reizendes „Fest“ auf Ihrer Haut zu feiern.