Das geschieht mit Ihrer Haut im Winter: wahr oder falsch?
Geschrieben von: Dr. Jetske Ultee
Das geschieht mit Ihrer Haut im Winter: wahr oder falsch?
Stimmt es, dass die Haut im Winter trockener wird? Ist ein Peeling bei strapazierter Haut eine gute Idee? Sind Cremes auf Wasserbasis als Kältecreme geeignet? Wir haben 9 Behauptungen über die Haut im Winter auf den Prüfstand gestellt. Und geben auch gleich Tipps und Produktempfehlungen dazu.

  1. Im Winter ist die Haut oft trockener

  • → Fakt

Im Winter in die Haut trockener als im Sommer. Das hängt mit den niedrigen Temperaturen, aber auch mit einer geringen Luftfeuchtigkeit zusammen. Wenn die Luftfeuchtigkeit gering ist, gibt die Haut mehr Feuchtigkeit an die Luft ab. Ist die Luftfeuchtigkeit hoch, gibt die Haut nicht so leicht Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Denken Sie einmal an einen sommerlichen „feuchtwarmen“ Tag, an dem der Schweiß nur schwer verdampft und Ihre Kleidung am Körper kleben bleibt.

Die relative Luftfeuchtigkeit hängt von der Temperatur ab. Es klingt etwas kompliziert, aber die (relative) Luftfeuchtigkeit von kälterer Luft sinkt, wenn sich die Luft erwärmt. Und das geschieht natürlich im Winter zu Hause: Wir stellen die Heizung an. Das Ergebnis für die Haut? Draußen wird sie durch die Kälte strapaziert und drinnen durch die trockene Luft.

 

Warum erwärmte Luft eine niedrigere relative Luftfeuchtigkeit hat ...

Bei relativer Luftfeuchtigkeit wird die Lufttemperatur berücksichtigt. Wenn die Luft eine höhere Temperatur hat, kann die Luft mehr Wasser aufnehmen. So sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, wenn die Temperatur steigt und die Menge Wasserdampf konstant bleibt.

Ein Rechenbeispiel: Bei 0°C beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 85% und ist hoch. Wenn diese Luft, mit einer konstanten Menge Wasser, auf 20°C erwärmt wird, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit auf 22% und das ist niedrig.

 

  1. Im Winter sieht es so aus, als ob man mehr Falten hätte

  • → Wahr

Das stimmt leider☺. Denn eine geringe Luftfeuchtigkeit sorgt für eine verringerte Hydratisierung der Haut. Es verursacht auch eine verschlechterte Elastizität. Die Haut scheint dadurch trockener und man sieht wahrscheinlich auch mehr Fältchen.

 

  1. Wenn es draußen kalt ist, kann die Haut plötzlich kribbeln (und das liegt dann nicht nur am Schal)

  • → True

Trockene Haut kann schneller jucken. Das fühlt man beispielsweise oft an den Schienbeinen. Aber nicht nur dort. Ihre Haut kann bei niedriger Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowieso weniger ertragen und reagiert schneller gereizt. Auch Menschen mit Ekzemen leiden mehr bei kalter und trockener Luft darunter. Ach ja, auch Schals und Mützen können die Haut reizen, aber das ist eine andere Geschichte.

 

  1. Peelen ist in den Wintermonaten keine gute Idee

  • → Im Gegenteil!

Ein Peeling dient dazu, abgestorbene Hautzellen zu entfernen. Das geschieht mit einer (Frucht-)Säure. Die bekanntesten Inhaltsstoffe sind wahrscheinlich Glykolsäure und Salicylsäure. Salicylsäure ist etwas milder und vor allem für sensible und etwas fettigere Haut geeignet. Glykolsäure kann Feuchtigkeit besser binden und passt gut zu trockener Haut. Durch ein regelmäßiges Peeling werden nicht nur Schüppchen (abgestorbene Hautzellen) entfernt, auch dem Feuchtigkeitshaushalt ist damit sehr geholfen. Ein Bonus: Alle hydratisierenden und pflegenden Inhaltsstoffe Ihrer Creme, die Sie danach auftragen, können besser wirken!
Zur Sicherheit sage ich es an dieser Stelle noch einmal: Verwenden Sie besser keine Scrubs im Gesicht. Das ist eine Art des Peelens, die deutlich aggressiver zur sensiblen Gesichtshaut ist. Die Körnchen, und oft auch Duftstoffe, können die Haut nämlich etwas beschädigen und sensibler machen.

 

 Tipp: Exfoliant mit Glykolsäure

 

  1. Ihre Haut passt sich Kälte und trockener Luft an, indem sie dicker wird.

  • → Stimmt

Die Haut scheint sich zum Teil an Kälte und trockene Luft anpassen zu können. In erster Instanz schaden diese Umstände die Haut, wodurch die Schutzschicht beschädigt wird und mehr Wasser verdampft usw. In Studien wurde gezeigt, dass sich die Haut aber auch wieder etwas anpassen kann: Die oberste Haut wird dicker und schließt sich im wahrsten Sinne, wodurch der Feuchtigkeitsverlust wieder sinkt.

 

  1. Cremes auf Wasserbasis eignen sich nicht als Kältecreme

  • → Das ist anders

JIm Winter kann man gut eine Creme auf Wasserbasis benutzen. Es ist jedoch so, dass sie für viele Menschen nicht reichhaltig genug ist. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Sie verwenden dasselbe Produkt weiterhin und tragen darauf eine dünne Schicht einer fettigen Creme auf (Vaseline, Lanette-Creme) oder Sie kaufen ein neues Produkt. Berücksichtigen Sie, dass bestimmte Wirkstoffe besser in einer nicht allzu fettigen Creme wirken. In einem solchen Fall ist es besser, eine dünne Schicht auf die normale Creme aufzutragen.

Inhaltsstoffe die gut bei trockener Haut wirken und die Poren nicht verstopfen, sind Petrolatum, Glyzerin, Ceramide und Dimethicone. Auch feuchtigkeitsbindende Stoffe wie Kollagen und Hyaluronsäure und die Hautbarriere regenerierende Stoffe wie Niacinamid sind nützlich.

 

➤ Tipp:
Wählen Sie ein Produkt, das die Schutzschicht der Haut hilft. Ich benutze dafür meine eigene Repair Cream. Sie enthält unter anderem Ceramide, Cholesterin sowie freie Fettsäuren: Das sind die Fettstoffe, die auch die natürliche Schutzschicht der Haut bilden.

 

  1. Eine lange, warme Dusche ist im Winter nicht so gut für die Haut

  • → Leider wahr

So verlockend eine warme Dusche oder ein heißes Bad auch sein mag, wenn Sie frieren - Sie sollten es auf jeden Fall vermeiden. Merkwürdigerweise gibt es fast nichts, das die Haut so stark austrocknet, wie das tägliche Waschen. Da ein lauwarmes Bad mit diesem Wetter nicht sehr verlockend ist, empfehle ich, nicht zu oft und nicht zu lange zu baden. Und nehmen Sie bei trockener Haut bitte kein Schaumbad!

 

➤ Tipp:
Nehmen Sie ein Ölbad. Eine Tasse sehr feingemahlene Haferflocken ist auch eine gute Idee. Das verhindert, dass Ihre Haut austrocknet. Meine Repair Cream enthält übrigens auch aus diesem Grund einen Haferflockenextrakt.

 

  1. Ist Ihre Haut trocken, sollten Sie sie eincremen, solange sie noch feucht ist.

  • → Stimmt, probieren Sie es aus

Ja, das funktioniert wirklich! Ihr Gesicht sollten Sie das sofort nach dem Reinigen oder nach dem Toner machen. Probieren Sie es auch einmal auf dem Rest Ihrer Haut. Ich creme mich immer direkt nach dem Duschen ein, wenn meine Haut noch etwas feucht ist. Dann können die Inhaltsstoffe meines Körperpflegeprodukts besser wirken. Wählen Sie ein Körperpflegeprodukt, das die Haut nicht nur hydratisiert und weich macht sondern auch Wirkstoffe wie Antioxidantien enthält. Das ist nicht leicht, darum habe ich selbst eines hergestellt.☺

 

Tipp: Meine Body Cream. Sie enthält schön viele Antioxidantien wie Süßholzwurzelextrakt und Niacinamid, die die Haut beruhigen und schützen.

 

  1. Im Winter ist es eine gute Idee, die Haut weniger zu reinigen

  • → Das ist anders

Nicht weniger, aber anders reinigen kann in einigen Fällen eine gute Idee sein. Benutzen Sie normalerweise einen leichten Cleanser, der ein wenig schäumt? Dann kann es angenehm sein, diesen (vorübergehend) gegen ein cremeartiges Produkt oder einen ölhaltigen Reiniger zu tauschen. Bei trockener Haut können Sie morgens ruhig auf einen Reiniger verzichten. Mit Wasser abspülen reicht aus. Sie können danach auch einen Toner verwenden. Dieses Produkt, wenn es gut formuliert ist, zumindest, beruhigt die Haut und hilft dem Feuchtigkeitshaushalt. Es sorgt auch noch dafür, dass die Inhaltsstoffe Ihrer Creme besser aufgenommen werden können.

 

Tipp:
Cleanser für normale bis trockene Haut
Toner für normale bis trockene Haut

 

 

 T I P P S  für  Z U H A U S E

 

Haben Sie das ganze Jahr trockene Haut und schon alles versucht, dann sollten Sie sich die Wasserqualität vielleicht einmal anschauen. Hartes Wasser trocknet aus. Es gibt Geräte zum Wasserenthärten. Manchmal hilft das, gibt aber keine Garantie, dass sich Ihre Hautbeschwerden verbessern.

Sorgen Sie für ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit in Ihrem Haus. Eine preisgünstige Möglichkeit ist, Wasserverdunster an die Heizung zu hängen. Feuchte Geschirrtücher auf der Heizung wirken auch. Effektiver ist ein Luftbefeuchter, der allerdings seinen Preis hat.

Statische Haare Beim letzten Tipp geht nicht so sehr um die Haut, sondern um die Haare. Stehen Ihre Haare in alle Richtungen, fahren Sie dann einmal mit einem Trocknertuch über Ihre Haarbürste. Eine Haarmaske mit Jojobaöl hilft auch. Oder mischen Sie einen kleinen Schuss Öl in Ihr Shampoo oder Ihre Spülung. Das sorgt für extra Glanz, die Haare werden weniger trocken, strohig und statisch.

 

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