Hautprobleme Ekzem

Kratzen, wenn es juckt? Darum sollten Sie es nicht tun

Door: Dr. Jetske Ultee
Kratzen, wenn es juckt? Darum sollten Sie es nicht tun

Wie oft haben Sie als Kind gehört, wenn Sie an einem Mückenstich oder einer anderen juckenden Stelle kratzten: „Nicht kratzen!" Und doch, kratzen fühlt sich gut an. Aber warum eigentlich? Und was passiert, wenn man es nicht lassen kann? Ich habe eine schöne Studie darüber gelesen. Es hat sich gezeigt, dass Kratzen einen wichtigen Beitrag zur Abwehr von schädlichen Bakterien leisten kann. Also von nun an kratzen, wenn es juckt? Leider überwiegen beim Kratzen die Nachteile oft die Vorteile. Ich erkläre Ihnen, warum und was Sie bei Juckreiz tun sollten.

Was ist ein Juckreiz?

Juckreiz ist ein Gefühl in der Haut, das dazu führt, dass man die Haut kratzen oder reiben möchte. Manchmal ist der Drang zu kratzen so stark, dass man kaum damit aufhören kann. Das erinnert mich immer an die Zeit, als ich mein Praktikum in der Dermatologie am Sophia-Kinderkrankenhaus in Rotterdam absolvierte. Juckreiz kann schmerzhaft sein und wahnsinnig machen! Was war es ergreifend und herzzerreißend, Kinder von Kopf bis Fuß eingesalbt und im Verband zu sehen! Sie mussten sogar spezielle Baumwollhandschuhe tragen (vor allem nachts), damit sie sich nicht die Haut aufkratzten, bis sie blutete.

Viele verschiedene Ursachen von Juckreiz

Juckreiz tritt nicht nur bei Hautkrankheiten wie Ekzemen oder trockener Haut auf, sondern kann auch viele andere Ursachen haben. Das können beispielsweise eine allergische Reaktion auf Lebensmittel oder Hautpflegeprodukte oder Hautreizungen nach Insektenstichen sein. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann Juckreiz auslösen. Darüber hinaus gibt es viele innere Krankheiten, bei denen die Haut juckt, ohne dass es sich dabei um Hautveränderungen handelt.

Warum kratzen wir bei Juckreiz?

Es ist allgemein bekannt, dass Kratzen Hautkrankheiten verschlimmern kann und dass Kratzen bei einigen Erkrankungen sogar eine Rolle bei der Krankheit selbst spielt. Aber warum tun wir das automatisch? Warum haben wir diesen Reflex, bei Juckreiz zu kratzen? US-amerikanische Wissenschaftler der Abteilung für Dermatologie und Immunologie der Universität Pittsburgh wollten das herausfinden.

Kratzen bei Juckreiz: Warum es manchmal trotzdem eine Funktion hat

Die Studie ergab, dass Kratzen eine entscheidende Rolle bei der Abwehr bakterieller Infektionen spielen kann, die beispielsweise durch Staphylococcus aureus verursacht werden. (Bei Erkrankungen wie Ekzemen spielt dieses Bakterium eine Rolle). Sie fanden heraus, dass es daran liegt, dass das Kratzen die Schmerznerven in der Haut stimuliert. Diese schmerzempfindlichen Nerven setzen eine Substanz frei, Substanz P, die dann bestimmte Immunzellen (die Mastzellen) aktiviert. Diese Mastzellen bewirken mehrere Dinge: Sie stimulieren die juckreizempfindlichen Nerven und aktivieren weitere Immunzellen. Dadurch wird die Haut aufmerksamer gegenüber Bakterien und kann besser auf Infektionen reagieren.

Kratzen als Abwehrmechanismus

Was die Wissenschaftler außerdem herausfanden: Kratzen kann die Zusammensetzung des Hautmikrobioms günstig beeinflussen. Das dämmt auch das Wachstum bestimmter schädlicher Bakterien ein. Kratzen bei Juckreiz ist also auch ein natürlicher Abwehrmechanismus.

‘Kratzen, wenn es juckt?’ Hatten Ihre Eltern dann kein recht?

Trotzdem hatten Ihre Eltern recht. Kratzen bei Juckreiz ist eine schlechte Idee, denn leider überwiegen die Vorteile des Kratzens meist die Nachteile. Kratzen kann zu einem Teufelskreis aus noch mehr Juckreiz und Entzündungen führen.

Es kann die Haut beschädigen, so dass Bakterien leichter eindringen können. Bei Ekzemen und allergischen Hautreaktionen ist dies kontraproduktiv und kann die Symptome verschlimmern. Außerdem werden durch das Kratzen Stoffe (wie Histamin, Prostaglandine) in der Haut freigesetzt, die die juckempfindlichen Nerven stimulieren und die Entzündung verschlimmern. Das Ergebnis ... in der Tat: mehr Juckreiz, mehr Kratzen.

Was sollte man dann bei Juckreiz tun?

  • Nicht kratzen – Auch wenn es noch so schwierig ist, versuchen Sie, sich abzulenken
  • Halten Sie Ihre Nägel kurz und sauber – so verhindern Sie, dass Sie die Haut aufkratzen. Handschuhe können helfen, besonders nachts.
  • Halten Sie die Haut kühl – Wärme verschlimmert den Juckreiz, kalte Kompressen können Linderung verschaffen.
  • Hydratisieren Sie Ihre Haut – Verwenden Sie eine neutrale, fetthaltige Creme wie Lanet-Creme oder ein Produkt mit Panthenol, Sheabutter oder Haferflocken-Extrakt. Auch meine Body Cream oder Repair Cream sind bestens geeignet.
  • Vermeiden Sie austrocknende Inhaltsstoffe – kein Alkohol, Menthol oder stark parfümierte Produkte.
  • Zinksalbe kann helfen – Zinkoxid hat eine kühlende und schützende Wirkung.
  • Achten Sie auf die Ernährung – Bei manchen Menschen verschlimmern Tomaten, Kiwi, Koriander, Zimt und Mango den Juckreiz.
  • Vermeiden Sie Stress – Stress kann den Juckreiz verschlimmern, Entspannungsübungen können hier helfen.

Spezielle Behandlungen gegen Juckreiz (abhängig von der Ursache):

  • Kortikosteroid-Creme – Bei einer allergischen Hautreaktion kann der Hausarzt eine entzündungshemmende Creme verschreiben.
  • Betäubungssalbe mit Lidocain – Bei Insektenstichen oder Windpocken kann sie Linderung verschaffen.
  • Antihistaminika– Bei Nesselsucht oder allergischem Juckreiz können diese Medikamente helfen (konsultieren Sie einen Arzt).
  • Entzündungshemmer – Bei chronischem Juckreiz ohne Hautanomalien werden zunehmend Entzündungshemmer anstelle von Antihistaminika eingesetzt.

Quellen

Scratching promotes allergic inflammation and host defense via neurogenic mast cell activation

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