Meine Studie zu Darmbeschwerden bei Rosacea und Akne

Geschrieben von: Dr. Jetske Ultee
Meine Studie zu Darmbeschwerden bei Rosacea und Akne
Die Ergebnisse meiner Studie zu Darmbeschwerden bei Akne und Rosacea liegen vor! Ich wollte wissen, ob Menschen mit diesen Hauterkrankungen zum Beispiel auch öfter von Darmbeschwerden betroffen sind. Mich interessierte auch, welche Erfahrungen sie mit Probiotika gemacht hatten und welchen Einfluss diese auf die Haut haben. Rund 2.200 Menschen füllten den Fragebogen aus. Unglaublich! Ich teile die Ergebnisse gern mit Ihnen.

 

Meine Studie in Zusammenarbeit mit der Erasmus Universität in Rotterdam

Meine Studie, die ich in Zusammenarbeit mit Medizinstudenten der Erasmus Universität in Rotterdam durchgeführt habe, bestand aus zwei Teilen: einer Literaturstudie und einer eigenen Studie. In der Literaturstudie haben wir alle wissenschaftlichen Studien gelesen, die in den letzten Jahren zu diesem Thema veröffentlicht wurden. Was haben diese Studien gezeigt? Was wissen wir inzwischen über Darmbeschwerden bei von Akne- und Rosacea-Patienten? Dann haben wir eine eigene Studie mit einem speziellen Fragebogen durchgeführt. Daran haben sich 2.213 Personen im Alter von 16 bis 85 Jahren beteiligt.

 

 

Was ist inzwischen über Akne und Darmbeschwerden aus der Literatur bekannt?

 

  • Darmbeschwerden treten bei Akne häufiger auf.
  • Beispielsweise Sodbrennen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Blähbauch.
  • ♦ Das Reizdarmsyndrom tritt bei Akne häufiger auf.
  • ♦ Je schwerer die Akne, desto häufiger litten die Betroffenen am Reizdarmsyndrom.
  •  Es besteht auch ein Zusammenhang mit Lebensmittelallergien und -intoleranzen. Sie kommen bei einer schweren Form von Akne häufiger vor als bei einer milden Form.

 

➤ Was hat meine Studie gezeigt?

Aus unseren Fragebögen ging hervor, dass Menschen mit Akne öfter an Verdauungsstörungen (Völlegefühl), Verstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen leiden als Menschen ohne Akne. Bei Durchfall haben wir zudem einen Zusammenhang mit dem Schweregrad von Akne festgestellt. Außerdem sahen wir in unserer Studie auch einen Zusammenhang mit Lebensmittelallergien und -intoleranzen. Bei Aknebeschwerden trat häufiger eine Laktoseintoleranz (eine vermutete oder eine diagnostizierte) auf.

 

 

Was ist über Rosacea und Darmbeschwerden aus der medizinischen Literatur bekannt?

 

  • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarmsyndrom und Zöliakie scheinen häufiger bei Rosacea-Patienten aufzutreten
  • Bei den schwereren Formen von Rosacea werden diese Beschwerden häufiger festgestellt.
  • Rosacea und Darmerkrankungen scheinen sich allmählich zu entwickeln. Es ist nicht deutlich, ob Darmbeschwerden die Ursache für Rosacea sind oder ob es umgekehrt ist.

 

➤ Das hat unsere Studie gezeigt

Auch in unserer Studie sahen wir einen Zusammenhang zwischen Rosacea und Darm. Bei Rosacea traten nämlich mehr Durchfall, Verdauungsstörungen, Verstopfung und Bauchschmerzen auf als bei Menschen ohne Hautprobleme. Genauso wie bei Akne galt auch bei Rosacea: Je schwerwiegender die Hautbeschwerden, desto häufiger traten Durchfall, aber auch Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen und Sodbrennen auf.

 

 

Können Probiotika und andere Nahrungsergänzungsmittel bei Darmbeschwerden und Hauterkrankungen helfen?

 

  • Probiotika sind Nahrungsergänzungsmittel mit guten, lebenden Bakterien. Diese können die Darmbarriere stärken.
  •  Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass die Einnahme von Probiotika zu einer Abnahme von Hautbeschwerden führen kann.
  •  Eine andere Studie zeigte eine günstige Wirkung auf das Immunsystem. Das könnte bei Hautbeschwerden wie Akne und Rosacea helfen.
  •  Es scheint einen Zusammenhang zwischen der Einnahme einer hohen Dosis Vitamin B12 und Akne zu geben.
  •  Akne-Patienten haben häufiger einen Vitamin-D-Mangel. Die Beschwerden besserten sich in diesen Fällen durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

 

➤ Welche Erfahrungen haben Sie mit Probiotika gemacht?

In unserer Studie gaben 411 der 2.213 Befragten an, schon einmal Probiotika eingenommen zu haben. Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Fast drei Viertel der Anwender stellten nach der Einnahme keinen Unterschied fest, bei fast 3 Prozent verschlimmerten sich die Hautprobleme und 23 Prozent sahen weniger Beschwerden. Die Ergebnisse sind also sehr unterschiedlich. Möglicherweise hängt das auch von den Probiotika-Stämmen ab, die verwendet wurden.

 

Die Probiotika-Stämme, die die meisten Teilnehmer genommen hatten, bei denen sich der Hautzustand verbessert hatte, waren übrigens Orthica Orthiflor Original, Biokult Original, Solgar Advanced Multi-Billion Dophilus und Lucovitaal Mix aus 6 Bakterienstämmen. In dieser Gruppe wurde auch fermentierter Wasserkefir genannt.

 

➤ Was bewirken Vitamine bei Hautbeschwerden?

In unserer Studie fragten wir die Teilnehmer auch, ob sie andere Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine einnahmen. Wir haben dann die Hautbeschwerden dieser Gruppe untersucht. Bei den Teilnehmern, die Vitamin B einnehmen, sahen wir mehr Aknebeschwerden als bei der Gruppe, die kein Nahrungsergänzungsmittel verwendete. Für Vitamin D und Magnesium haben wir das Gegenteil festgestellt. Bei der Gruppe Menschen, die zusätzlich Vitamin D einnahmen, war die Wahrscheinlichkeit an Akne zu erkranken 37,5% geringer als bei denen, die kein Vitamin D einnahmen. Bei Magnesium war die Wahrscheinlichkeit gut 26,1% geringer.

 

 

Sind Rosacea und Akne die Folge von Darmbeschwerden? Können Probiotika helfen?

Wir können feststellen, dass aus vielen Studien hervorgeht, dass Rosacea- und Akne-Patienten häufiger von Darmbeschwerden betroffen sind als Menschen ohne diese Hautprobleme. Auch unsere Studie hat das gezeigt. Außerdem gibt es inzwischen eine Vielzahl an Studien, die zeigen, dass die Einnahme von Probiotika zu einer Verbesserung von Akne und Rosacea beitragen kann. Die einzige Schwierigkeit besteht in der Vielzahl der unterschiedlichen Probiotika-Arten. Es wäre gut, wenn dazu weitere Studien durchgeführt werden würden, bei denen immer wieder dieselbe Art untersucht wird, um bei Akne und Rosacea gezielt beraten zu können. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass ein und dieselben Darmbeschwerden oft verschiedene Ursachen haben. Es kann sich dabei um eine Dünndarmfehlbesiedlung handeln, aber auch um eine Lebensmittelintoleranz. Probiotika helfen möglicherweise mal mehr und mal weniger. Es bleibt darum eine Frage des Probierens.

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