Mineral Make-up: Was ist das? Ist das besser für die Haut?
Geschrieben von: Dr. Jetske Ultee
Make-up auf der Basis von natürlichen Mineralien: In den letzten Jahren wird viel darüber geschrieben. Das ist nicht verwunderlich, Denn „natürlich“ ist im Trend „Natürlich“ kommt mir vor wie ein Synonym für sicher, besser und milder zur Haut. Ich denke mir: Zeit für einen neuen Blogartikel. Was ist denn eigentlich minerales Make-up?

 

Was ist eigentlich Mineral Make-up?

Eigentlich gibt es keine wirkliche Definition für Mineral Make-up. Im Prinzip könnte man alle Produkte, die Minerale enthalten, Mineral Make-up nennen. Mineralien sind beispielsweise Zinkoxid, Mica, Talg und Eisenoxide. Und diese Rohstoffe, zu denen ich gleich etwas mehr sagen werde, sind in sehr viel Make-up-Produkten enthalten. Auch in meinen Produkten. Aber meine Produkte zählen nicht zu mineralischem Make-up, da sie auch noch eine Menge Pflegestoffe enthalten. In der Praxis werden mit mineralischen Kosmetika vor allem die Produkte gemeint, die (fast) ausschließlich aus natürlichen Mineralien bestehen. Aber damit komme ich sofort auf einen der größten Nachteile zu sprechen: Diese Produkte können die Haut erheblich austrocknen.

 

Häufig verwendete Mineralien in (mineralischem) Make-up

Lassen Sie uns einen Blick auf die Mineralien werfen. Was sind das denn für Stoffe und was bewirken sie? Mineralien sind natürliche, feste Stoffe, die durch geologische Prozesse gebildet wurden. Sie kennen bestimmt Fotos von allerlei wunderschönen Steinen. Es gibt tausende Mineralien. Und sie werden bereits tausende Jahre verwendet. Die Römer und Griechen schrieben bereits ausgiebig über die Verwendung von Mineralien in Schönheitsmitteln. Ich habe einmal gelesen, dass roter Salpeter als Rouge verwendet wurde. Und in einem Rezept aus dem alten Rom für eine Antifaltencreme und Foundation steht schon Zinnoxid (neben Rindertalg und Weizenstärke). Tja, das Zinnoxid verwenden wir heute immer noch.

Schauen Sie sich einmal diese Liste der am häufigsten verwendeten Mineralien in Make-up an:


  Eisenoxid  Mineralische Pigmente, die verwendet werden, um die richtige Farbe zu erhalten.
 Zinnoxid → Mineral, das für eine gute Deckkraft der Farbe sorgt.
✔ Zinkoxid → Eigentlich auch ein Pigment, es ist nämlich sehr weiß. Dieses Mineral schützt auch vor UV-Strahlung. Wussten Sie, dass Zinkoxid in Kosmetika meistens synthetisch ist? Diese Form ist nämlich viel reiner.
✔ Titandioxid  → Mineral mit hoher Deckkraft, das Licht reflektiert und die Haut vor Sonnenstrahlung schützt.
✔ Mica → Glänzende Mineralien. Weniger glänzend ist die Art, auf die das Mineral manchmal gewonnen wird: mit Kinderarbeit. Darauf sollten Sie beim Kauf Ihres Produktes achten.
✔ Talkum → Oft die Basis eines Puders, mit dem auch die Farbe beeinflusst werden kann. Talkum wir aus Magnesiumsilikat gewonnen. Dieser Inhaltsstoff hat ein stark absorbierendes Vermögen. Darum sind Puder eine gute Möglichkeit, die Haut zu mattieren.

 

 

Nur Produkte in Pulverform

Kosmetikaformeln, die zu hundert Prozent aus Mineralien bestehen, sind eigentlich nur für Produkte in Pulverform geeignet. Denken Sie an Lidschatten, Puder, Bronzer und Blush, aber auch an Foundation in Puderform. Produkte in anderen Formen werden darum auch automatisch verschiedenste andere Inhaltsstoffe enthalten. Und dann kann man sie nicht mehr Mineral Make-up nennen. Es gibt übrigens Marken, die ihre flüssige Foundation einfach Mineral Make-up nennen. Wahrscheinlich, um Ihnen so das Gefühl zu geben, dass sie die bessere Wahl ist. Womit ich nur sagen möchte: Mineralisches Make-up ist eigentlich eher ein Marketing-Begriff. Prima, aber ich finde ihn irreführend.

 

Weniger Inhaltsstoffe, weniger Hautreizung?

Experiment mit Wasser
Oft wird gesagt, dass mineralisches Make-up die Haut weniger belastend oder reizt, da weiter keine anderen Inhaltsstoffe verwendet werden. Ich habe auch einige Male ein Experiment mit Wasser gesehen, dass diese Aussage untermalen soll. Da mineralisches Make-up auf dem Wasser treibt, wird es nicht von der Haut aufgenommen und belastet die Haut dadurch weniger, so die Theorie. Ich kann dem nicht zustimmen. Ihre Haut kann man nicht mit einem Glas Wasser vergleichen. Eine Aufnahme bedeutet noch nicht gleich, dass etwas belastend ist.

Pflegende Bestandteile
Der Aussage, dass unglaublich viele Make-up-Produkte sehr viele Stoffe enthalten, die der Haut nicht gut tun, stimme ich jedoch unbedingt zu. Es sind Stoffe, die den Teint reizen und unruhig werden lassen können. Es gibt glücklicherweise aber auch sehr viele nicht-mineralische Inhaltsstoffe, die mild zur Haut sind. Ich befürworte pflegende Bestandteile, gerade auch in Make-up. Denn sind des nicht gerade oft Menschen mit sensibler oder unruhiger Haut, die gern etwas Make-up benutzen?

Konservierungsmittel nicht per se schlecht
Ein anderes Argument, dass ich oft lese, wenn es um mineralische Kosmetika geht, ist, dass sie weniger Konservierungsmittel benötigen als Kosmetika auf Wasserbasis. Das stimmt, aber auch hier gilt: Konservierungsmittel sind nicht per se reizend oder schlecht für die Haut.

 

Bieten mineralische Kosmetika Schutz vor der Sonne?

Und dann gibt es noch die Aussage, die Mineral Make-up oft angehängt wird: Diese Produkte schützen vor der Sonne. Die Behauptung ist nicht falsch, es gibt jedoch noch ein „aber“. Denn Puder oder Bronzer mit Zink- oder Titandioxid benutzt man natürlich anders als eine Sonnencreme. Gerade wegen der Puderform kann man keine gleichmäßige Schicht auftragen. Und wie viel müsste man dann auf die Wangen pinseln? Sonnencremes werden so entwickelt, dass das Produkt möglichst gleichmäßig auf eine Oberfläche verteilt wird. Wenn Sie die richtige Menge auftragen, 2 mg pro Quadratzentimeter Haut, erreichen Sie den auf der Verpackung angegebenen Lichtschutzfaktor. Bei Make-up geht das nicht. Darum kann man eigentlich auch keine Aussage über den Lichtschutzfaktor treffen, die so ein mineralisches Produkt bieten soll.

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