Warum Sonnenschutz auch für dunkelhäutige Menschen wichtig ist

Geschrieben von: Dr. Jetske Ultee
Warum Sonnenschutz auch für dunkelhäutige Menschen wichtig ist
Vor einiger Zeit besuchte mich die Redaktion einer Kindersendung. Wirklich toll! Ich werde jetzt noch nichts verraten, aber ich durfte der Moderatorin unter anderem erklären, ob dunkle Haut einen natürlichen Sonnenschutz besitzt. Bedeutet eine dunkle Hautfarbe ausreichend Schutz vor der Sonne? Braucht man sich dann nicht mehr einzucremen? Darüber gibt es viel zu erzählen!

 

Der Unterschied zwischen heller und dunkler Haut

Dunkle Haut unterscheidet sich von heller Haut. Vom Aufbau, der Zusammensetzung aber auch von der Pflege und möglichen Beschwerden. Ich möchte aber vor allem über Pigmentierung und Sonnenschutz reden, denn der offensichtlichste Unterschied zwischen heller und dunkler Haut ist natürlich die Farbe.

 

Nicht mehr, sondern etwas andere Pigmentzellen

Dunkle Haut enthält mehr Pigment (Melanin). Das ist keine Überraschung. Das Pigment wird in den Pigmentzellen, auch Melanozyten genannt, gebildet. Und das geschieht, um genau zu sein, in einem speziellen Teil der Zellen, den Melanosomen. Die Zellstrukturen von dunkler Haut sind größer. Dunkle Haut enthält also nicht mehr Melanozyten, sondern die Melanozyten haben mehr und größere Melanosomen. Das soll erst einmal reichen zur Biologie, das Ergebnis ist letztendlich, dass dunkle Haut dadurch besser vor der Sonne geschützt ist. Denn das ist nämlich die Funktion des Pigments: Es ist ein natürlicher Sonnenschirm.
 

  • Die Farbe hat eine Bedeutung. Das ist die Funktion von Pigment
  • • Melanin/Pigment (vor allem der Typ Eumelanin) schützt vor den schädlichen Auswirkungen des Sonnenlichts.
  • • Wie? Die braunen Körnchen bilden eine physikalische Barriere, eine Art Mauer, die ultraviolette Strahlung in der Epidermis aufhält.
  • • Diese „Mauer“ streut die Strahlung und wirkt dabei wie ein absorbierender Filter, wodurch die Strahlung nicht eindringen kann.
  • • Dunkle Haut hat mehr Eumelanin als helle Haut.
  • • Die höhere Menge Melanin bei einer dunklen Hautfarbe filtert mindestens zweimal so viel UV-Strahlung wie helle Haut.
  • • Eumelanin kann auch freie Radikale in der Haut verringern.
  • • Es wurde berechnet, dass dunkelhäutige Menschen im Durchschnitt einen natürlichen Lichtschutzfaktor von ungefähr 13,4 haben. Bei heller Haut liegt er mit 3,4 deutlich darunter.

 

Hat es dann noch Sinn, LSF 15 zu verwenden?

Wenn der natürliche Lichtschutzfaktor von dunkler Haut ungefähr 13,4 beträgt, hat es dann noch Sinn, LSF 15 zu benutzen? Ganz eindeutig: ja. Definitiv. Sie müssen nämlich wissen, dass Pigment nicht überall gleichmäßig verteilt ist. Aber nicht nur deshalb. Studien haben gezeigt, dass sogar kleine Mengen UVA- und UVB-Strahlung bereits DNA-Schäden verursachen, auch bei dunkler Haut. Die Wahrscheinlichkeit, Hautkrebs zu entwickeln, ist bei dunkelhäutigen Menschen geringer, verdächtige Stellen werden bei dunkler Haut jedoch auch erst in einem späteren Stadium entdeckt. Verfärbungen fallen nämlich weniger auf. Und das ist für den Verlauf der Behandlung eher ungünstig. Also gründlich eincremen mit einem Sonnenschutzprodukt, das sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützt.

 

  • UVA- und UVB-Strahlung in dunkler und heller Haut
  • • Wie weit UV-Strahlung in die Haut eindringt, hängt von der Wellenlänge ab. UVA-Strahlung hat eine längere Wellenlänge und erreicht dadurch die Dermis der Haut, also eine tiefere Hautschicht. UVB-Strahlung dringt nicht tiefer ein als bis in die Oberhaut (Epidermis).
  • • Dunkle Haut lässt ungefähr 7,4% UVB-Strahlung und 17,5% UVA-Strahlung durch, helle Haut 24% UVB- und 55% UVA-Strahlung.

 

Durch den besseren Schutz vor UV-Strahlung benötigt dunkle Haut zusätzliches Vitamin D, da es langsamer in der Haut gebildet wird.

Vitamin D ist ein sehr wichtiges Vitamin, das wir selbst in der Haut bilden. Dazu wird UV-Strahlung benötigt. Wie Sie hier oben gelesen haben, hält dunkle Haut mehr dieser Strahlung ab. Von Natur aus dunkelhäutige Menschen müssen sich darum viel länger in der Sonne aufhalten, um dieselbe Menge Vitamin D zu bilden als hellhäutige Menschen. Vor allem im Winter kann dann leicht ein Mangel eintreten. Das Bundesministerium für Gesundheit rät dieser Gruppe übrigens zu einer Einnahme von 20 μg zusätzlichem Vitamin D.
 

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