Hautpflege

Der Einfluss der winterlichen Kälte auf Ihre Haut

Door: Dr. Jetske Ultee
Der Einfluss der winterlichen Kälte auf Ihre Haut

Sie kennen das bestimmt: Unter winterlichen Bedingungen rebelliert die Haut. Die roten Wangen, die Sie nach einem Spaziergang in der klirrenden Kälte sehen, sind nicht immer eine gesunde Röte, sondern kleine, unterschwellige Alarmzeichen. Die Kombination aus Winterkälte und wohliger Wärme in Innenräumen sorgt für eine nahezu dauerhafte Stressreaktion der Haut. Mit allen Folgen. Was passiert im Winter eigentlich genau mit Ihrer Haut? Und wie pflegen Sie Ihre Haut, wenn es draußen eisig kalt ist?

Was macht die Kälte mit Ihrer Haut?

Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit niedrig. Auch wenn Sie nur kurz draußen sind, führt die geringere Luftfeuchtigkeit zu einer Veränderung des Hautzustands. Der Feuchtigkeitsgehalt der Haut sinkt fast sofort, und es entstehen feine Trockenheitsfältchen. Die Feuchtigkeit wird der Haut sozusagen entzogen. Kein Wunder also, dass Ihre Haut im Winter trockener ist und es schwieriger wird, sie gut mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Geschädigte Hautbarriere = mehr Rötungen

Je trockener die Haut wird, desto stärker wird die Hautbarriere geschädigt. Eine gesunde Hautbarriere wirkt schützend, hält Feuchtigkeit besser fest und sorgt dafür, dass keine reizenden Stoffe eindringen können. Wenn dieser Prozess gestört ist, verlieren Sie also schneller Feuchtigkeit und die Haut ist anfälliger für Reizungen. Eine längerfristig gestörte Hautbarriere – was im Winter eher die Regel als die Ausnahme ist – führt zu Mikro-Entzündungsreaktionen in der Haut: kleine Erhebungen, Schüppchen und Juckreiz. Außerdem rötet sich die Haut schneller. Das ist die Folge davon, dass sich Ihre Blutgefäße durch die Kälte rasch verengen und sich in der Wärme drinnen wieder erweitern. Dieser kontinuierliche, schnelle Wechsel bedeutet Stress für Ihre Mikrozirkulation, und das sieht man Ihren Wangen an.

Rosacea im Winter

Wenn Sie Rosacea haben, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie im Winter häufiger unter roten Wangen und Flushes leiden. Die Beschwerden, die zu Rosacea gehören (erweiterte Äderchen, anhaltende Rötungen, Reizungen der Augen), werden meist durch Temperaturschwankungen verstärkt. Wenn die Röte auf Ihren Wangen nur vorübergehend ist, haben Sie wahrscheinlich keine Rosacea, sondern Ihre Durchblutung ist durch die winterlichen Temperaturen aus dem Gleichgewicht geraten. Rosacea ist chronisch und zeigt fast immer eine rötere Haut – auch dann, wenn es draußen nicht so kalt ist.

Nicht trocken, sondern gestresst

Die Rötung ist ein Zeichen einer Störung der Mikrozirkulation, ein brennendes Gefühl kann die Folge einer gestörten Hautbarriere und des Eindringens reizender Stoffe sein, und Schüppchen können auf eine gestörte Zellerneuerung durch die Entzündungsreaktion hinweisen – nicht unbedingt auf Austrocknung. Ihre Haut ist im Winter also nicht nur trocken, sondern vor allem auch gestresst. Allein zu hydratisieren reicht dann oft nicht aus.

Winterhaut schützen und reparieren

Zu einer reichhaltigeren Creme zu greifen, um die Haut extra zu hydratisieren, ist nicht immer sofort die Lösung. Natürlich: Eine trockene Winterhaut wird eine vollere, nährende Creme als sehr angenehm empfinden. Im Winter legen Sie den Fokus jedoch vor allem auch auf Schutz und Reparatur. Inhaltsstoffe, die sich dafür sehr gut eignen:

Haferextrakt.

Spendet Feuchtigkeit, schützt und unterstützt die Reparatur. Eine hohe Konzentration Haferextrakt finden Sie in meiner Repair Cream – eine wunderbare, multifunktionale Creme für Gesicht, Hände und Lippen.

Niacinamid.

Kann dabei helfen, die Schutzschicht der Haut gesund zu halten. Dieser Wirkstoff wirkt beruhigend bei Rötungen. Perfekt für den Winter! Niacinamid finden Sie in hohen Konzentrationen unter anderem in meinen Toners.

Hyaluronsäure.

Dieser Inhaltsstoff ist ein Champion darin, Feuchtigkeit zu binden, und lässt Trockenheitsfältchen weniger sichtbar wirken. Hyaluronsäure finden Sie in beiden Moisturizers, doch die rosafarbene, reichhaltigere Variante (normale bis trockene Haut) ist besonders angenehm für die Winterhaut.

Panthenol.

Wirkt heilungsfördernd und beruhigend. Legt einen schützenden Film auf die Haut.

 

Trocken, rot, juckend, gestresst … was auch immer Ihre Haut diesen Winter zeigt: In allen Fällen ist es wichtig, die Haut im Winter extra mild zu pflegen. So verhindern Sie, dass die Hautbarriere weiter angegriffen wird und die Haut weiter austrocknet. Reinigen Sie Ihr Gesicht mit einem milden, ölbasierenden Cleanser, exfolieren Sie mit sanften Fruchtsäuren und zum Schluss: cremen, cremen und noch mehr cremen. Cremen Sie Ihre Hände direkt nach dem Waschen wieder ein und pflegen Sie Ihre Haut direkt nach dem Duschen oder Baden mit einer reichhaltigen Bodylotion. Am besten, wenn sich die Haut noch feucht anfühlt. Das spendet extra Feuchtigkeit – genau das, was Ihre Haut diesen Winter gut gebrauchen kann.

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