Sonne

Die Zukunft der Sonnencreme: intelligenter auftragen, ehrliche Etiketten und weniger Aufwand

Door: Dr. Jetske Ultee
Die Zukunft der Sonnencreme: intelligenter auftragen, ehrliche Etiketten und weniger Aufwand
Sonnenschutzcreme: jedes Jahr wieder ein heißes Thema. Es bleibt ein Thema voller Fragen und Missverständnisse. Soll man Faktor 30 oder 50 auftragen? Was ist nun mit UV-A und UV-B? Sind mineralische Filter besser? Und dann all diese irreführenden Angaben auf den Verpackungen: wasserfest, langanhaltend, ökologisch, biologisch oder sogar korallenriffverträglich. Und wissen Sie, was mit „Breitbandschutz” oder „kritischer Wellenlänge” gemeint ist?   Wie oft höre ich: „Ich habe Faktor 50 verwendet, also bin ich für den Rest des Tages gut geschützt.” Ähm, nein. Denn auch bei Lichtschutzfaktor 50 gilt: alle zwei Stunden erneut auftragen. Und ja, es stimmt, dass ein so hoher Lichtschutzfaktor die Vitamin-D-Produktion in Ihrer Haut hemmen kann. Aber wir tragen Sonnenschutzmittel eigentlich so sparsam auf, dass ein Vitamin-D-Mangel in der Praxis selten durch die Verwendung von Sonnenschutzmitteln verursacht wird.   Kurz gesagt: Das Eincremen ist eine komplizierte Angelegenheit. Und das sollte es natürlich nicht sein! Glücklicherweise gibt es Bewegung in der Welt der Sonnenschutzprodukte, sodass dies in Zukunft hoffentlich etwas klarer wird. Ich bringe euch auf den neuesten Stand der Entwicklungen.

Zonnebrandcreme SPF

Verschwindet der Lichtschutzfaktor? Was sich beim Sonnenschutz ändert

 

Der Lichtschutzfaktor ist nur die halbe Wahrheit

Ich beginne mit dem Lichtschutzfaktor (LSF). Seit den 70er Jahren ist dies die Zahl, auf die wir uns verlassen. Aber diese Zahl erzählt nur die halbe Wahrheit. Der Lichtschutzfaktor sagt nämlich vor allem etwas über den Schutz vor UV-B-Strahlung aus – der Strahlung, die Ihre Haut verbrennen lässt. Der Lichtschutzfaktor sagt jedoch nichts über den Schutz vor UV-A-Strahlung aus. Mittlerweile wissen wir, dass diese Strahlung, die tiefer in die Haut eindringen kann, für vorzeitige Hautalterung verantwortlich ist und auch mit Hautkrebs in Verbindung gebracht wird. 

UV-A- und UV-B-Strahlung: das Verhältnis

Die meisten Sonnenschutzmittel schützen heutzutage nicht nur vor UV-B-, sondern auch vor UV-A-Strahlung. Und zwar mindestens im Verhältnis 1:3, wie es die europäischen Vorschriften vorgeben. (Das ist jedoch auf der Verpackung nicht immer leicht zu finden). Die Frage ist nun, ob dieses Verhältnis geändert werden sollte. Darüber wird in Brüssel intensiv nachgedacht. 

Neue europäische Vorschriften in Vorbereitung

Die Europäische Kommission arbeitet nämlich auf der Grundlage von Empfehlungen der Mitgliedstaaten an neuen Vorschriften, die die alten aus dem Jahr 2006 ersetzen sollen. Und darin könnte der Lichtschutzfaktor (SPF) verschwinden.
Anstelle einer Zahl könnte es ein System mit Schutzklassen geben, wie z. B. durchschnittlich, hoch oder sehr hoch – und zwar sowohl für UV-A- als auch für UV-B-Strahlung. Das wäre viel klarer! 

Verwirrung durch Messmethoden und SPF-Zahl

Dann wären wir übrigens auch die vielen Missverständnisse los, die die SPF-Zahl über den Grad des Schutzes hervorruft. Der Lichtschutzfaktor basiert nämlich auf Messungen im Labor, bei denen eine sehr dicke Schicht Sonnencreme verwendet wird. In der Praxis tragen wir viel dünnere Schichten auf, wodurch der Schutz letztendlich oft viel geringer ist als auf der Verpackung angegeben. Außerdem werden die Messmethoden nicht immer einheitlich durchgeführt. Dadurch können verschiedene Labore stark voneinander abweichende Lichtschutzfaktoren für genau dasselbe Produkt messen.  Die Methoden zur Bestimmung und Angabe des Schutzes vor UV-A-Strahlung sind übrigens noch komplexer und noch weniger standardisiert. Lesen Sie dazu diesen Blog, den ich darüber geschrieben habe.

Was wollen wir in der Sonne?

  Verbraucher wünschen sich vor allem Sonnenschutzmittel, die gut schützen, sich angenehm auftragen und tragen lassen, aber auch haut- und umweltfreundlich sind. In der Praxis erweist sich das jedoch als ziemlich schwierig. Der neueste Test des Verbraucherverbandes zeigt erneut, dass Sonnenschutzmittel mit gutem Schutz oft auch Parfüm, Mikroplastik oder umstrittene Filter enthalten.  Das gilt auch für die unzähligen Produkte mit integriertem Sonnenschutz: Tagescremes, Foundations oder Puder mit Lichtschutzfaktor. Müssen diese sogenannten sekundären Sonnenschutzprodukte künftig denselben Anforderungen genügen? Auch darüber wird diskutiert.   Und genau deshalb plädiere ich seit Jahren für milde, hautfreundliche Sonnencremes ohne unnötige Zusatzstoffe, aber mit den allerbesten Filtern. Unsere eigene Suncover schneidet glücklicherweise gut ab – auch in diesem Jahr wieder. Aber auch hier sind noch Verbesserungen möglich, beispielsweise in Bezug auf die Verteilbarkeit. 

Die Zukunft des Sonnenschutzes: anders eincremen


Intelligente UV-Sensoren aus Japan

Vielleicht liegt die Zukunft des Sonnenschutzes in anderen Formen als einer Flasche oder einem Flakon. UV-abweisende Kleidung wird immer fortschrittlicher, und auch praktische Hilfsmittel wie UV-Detektionspflaster oder Apps, die die Sonneneinstrahlung messen, sind auf dem Vormarsch.   So haben Forscher der Tohoku-Universität zusammen mit Seiko einen winzigen Sensor entwickelt, der sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlung messen kann. Der Sensor ist hauchdünn und eignet sich zum Einbau in beispielsweise Armbänder, Pflaster oder Kleidung. Der Benutzer kann dann in Echtzeit sehen, wie viel UV-Strahlung seine Haut genau aufnimmt. Und vielleicht warnt Sie ein solches Tool bald sogar automatisch, wenn Sie sich erneut eincremen müssen.

Formeln, die sich Ihrem Sonnenverhalten anpassen

Andere Forscher arbeiten hingegen an intelligenten Sonnenschutzformeln, die sich an die Sonneneinstrahlung anpassen. Und wer weiß, vielleicht tragen wir in ein paar Jahren eine unsichtbare, lang anhaltende „Sonnenfilterschicht”, die man wirklich nur einmal am Tag auftragen muss. Science-Fiction? Vielleicht. Aber die Technologie entwickelt sich rasend schnell.

Kein Rätselraten mehr in der Sonne

Die Sonne ist wunderbar. Und einfach unverzichtbar für Körper und Geist. Aber unsere Haut verdient intelligenten Schutz. Meiner Meinung nach sollten wir von einem Labyrinth aus Produkten und Werbeversprechen zu einem übersichtlichen System mit Sonnenschutzmitteln übergehen, die immer sicher, wirksam und nachhaltig sind. Damit Sie nicht in der Sonne rätseln müssen, sondern einfach wissen: Das ist gut so.

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