Hilft es, Zink gegen Akne einzunehmen oder auf die Haut aufzutragen?

Über den Effekt von Zink bei Akne können Sie unglaublich viel Lesestoff finden. So soll Zinksalbe dabei helfen, die Pickel auszutrocknen. Und auch die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels mit Zink scheint Aknebeschwerden verringern zu können. Was davon stimmt überhaupt? 

 

Was ist Zink für ein Stoff, worin ist es enthalten?

Zink ist ein so genanntes Spurenelement. Diese Stoffe, die der Körper nicht selbst bilden kann, werden unter anderem für Wachstum und Entwicklung benötigt. Allerdings nur in sehr kleinen Mengen, kleiner als bei Mineralstoffen. Zu den Spurenelemente zählen beispielsweise auch Kupfer, Selen und Jod. 
Zink müssen Sie also mit der Nahrung aufnehmen. Das Element ist vor allem in rotem Fleisch, ganzen Getreidekörnern, Samen und Nüssen, wie Pecannüssen, enthalten. Andere gute Quellen sind Krabben, Austern und Garnelen. Zink wird im Körper unter anderem für den Aufbau von Eiweißen, das Wachstum und die Entwicklung von Gewebe und für ein gutes Immunsystem benötigt.

 

Zinkspiegel im Blut bei Akne niedriger

Zum Zusammenhang zwischen Zink und Aknebeschwerden wurden viele Studien durchgeführt. So wurde einst nachgewiesen, dass Menschen mit Akne einen niedrigeren Zinkspiegel im Blut haben. Hier stellt sich die Frage, ob man Aknebeschwerden dann durch die Gabe von Zink verringern könnte.  Obwohl Zink kein Wundermittel ist, scheint es wirklich etwas gegen Pickel ausrichten zu können.

 

Wie wirkt Zink gegen Pickel?

Zink wirkt auf verschiedene Weisen gegen Pickel. Zink wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Der Stoff sorgt außerdem für eine Abnahme der Talgproduktion. Darüber hinaus hat Zink eine antioxidative Wirkung. Schließlich verringert das Element auch die Ansammlung abgestorbener Hautzellen, wodurch die Poren weniger verstopfen.

 

Extra Zink bei Pickeln?

Sollte man sehr viel rotes Fleisch, Nüsse und Austern essen, wenn man an unruhiger Haut leidet? So einfach ist das leider nicht. Der Körper kann nämlich nicht so leicht Zink aus der Nahrung gewinnen. In vielen Produkten ist die Bioverfügbarkeit des Elements niedrig, da es an andere Stoffe gebunden ist. Mit anderen Worten: Zink kommt dadurch oft erst gar nicht in den Zellen an, sondern wird vom Körper dann als ein unlösbarer Komplex wieder ausgeschieden.

Sie können sich darum für ein Nahrungsergänzungsmittel entscheiden und dann am besten für eins, in dem Zink an Methionin oder Gluconat gebunden ist. Diese werden nämlich sehr gut aufgenommen. Präparate mit Zinkoxid, Zinkcitrat und Zinksulfat wirken weniger gut.

 

Zu viel Zink ist nicht gut

Wie viel sollte man dann einnehmen? Aus Studien ging hervor, dass eine tägliche Dosis von ungefähr 30 mg elementarem Zink gute Ergebnisse liefern kann, in der Praxis gehen die Meinungen dazu auseinander. Sie sollten darauf achten, dass dies nicht dieselbe Menge ist wie die Menge des gebundenen Zinks, die oft auf der Verpackung angegeben ist. Es können aber auch Nebenwirkungen auftreten. Eine Überdosis kann zu Übelkeit, Magenkrämpfen und Erbrechen führen.

 

Kann man auch Zinksalbe verwenden?

Kann man nicht einfach einen großen Topf Zinksalbe gegen Pickel einsetzen? Obwohl Zinksalbe bei verschiedenen Hautbeschwerden Erleichterung verschafft, wie beispielsweise Windeldermatitis bei Babys, richtet das Produkt gegen Akne nur wenig aus. Schlimmer noch: Sie kann Akne sogar etwas verschlimmern, da Zinkcremes oft dicker sind und die Poren verstopfen können.

Gut zu wissen ist übrigens, dass dieser Inhaltsstoff wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass (immer noch) mit großer Hartnäckigkeit Zahnpasta auf Pickel geschmiert wird. Zink mag entzündungshemmend und antibakteriell wirken, Zahnpasten enthalten auch andere Stoffe wie Fluoride, die die Haut erst recht reizen und sogar Pickel verursachen können.

 

Teil Ihres Behandlungsplans

Zink ist also kein Wundermittel gegen Akne. Aber der Stoff kann vielleicht fester Bestandteil Ihres Behandelplans gegen Pickel sein. Sie können alles über Akne und weitere Formen von Pickeln in diesem Sammelblog lesen.  Bedenken Sie, dass „klassische“ Medikamente wie Vitamin-A-Säure schlussendlich effektiver wirken.