Was bewirken Probiotika bei Hautbeschwerden? Teil 2: Ekzeme

Geschrieben von: Dr. Jetske Ultee
Was bewirken Probiotika bei Hautbeschwerden? Teil 2: Ekzeme
Das Interesse für den Einsatz von Probiotika bei Hautbeschwerden ist groß. Helfen Bakteriendrinks und Nahrungsergänzungsmittel? Was wissen wir bislang aus Studien? In Teil 1 dieses Blogs habe ich Ihnen etwas mehr über die Auswirkungen von Probiotika bei Aknebeschwerden erzählt. An dieser Stelle möchte ich über Ekzeme reden.

Aber erst noch einmal kurz zur Erinnerung:

Bei jedem Menschen leben eine ganze Menge verschiedene Bakterien auf der Haut. Diese haben sich an Ihren spezifischen Ort angepasst, zum Beispiel Achseln, Gesicht und Hände. All diese „Tierchen“ brauchen wir. Sie sorgen zusammen dafür, dass krankmachende Keime und andere Eindringlinge keine Chance haben. Wir sehen immer öfter, dass bei vielen Hautbeschwerden die Balance zwischen den Bakterien gestört ist. Die bad guys haben im wahrsten Sinne den good guys den Rang abgelaufen. Die Frage ist, ob wir die Balance mit Probiotika wieder herstellen könnten.

➤ Merksatz

Probiotika sind gute, lebende Bakterien, von denen angenommen wird, dass sie zu einer gesunden Funktionsweise des Körpers beitragen. Wir kennen sie von Frühstücksdrinks. Aber Probiotika gibt es inzwischen auch in Pulver- oder Kapselform und sogar als Creme.

Was sind Ekzeme?

Ekzeme kommen häufig vor, vor allem bei Kindern. Ekzeme sind entzündliche Hautreaktionen, bei denen die Haut überempfindlich reagiert. Und das kann vorübergehend, aber auch chronisch sein. Bei Menschen, die von einem Ekzem betroffen sind, funktionieren die Hautbarriere und das Immunsystem nicht gut. Eine der Folgen: Schädliche Bakterien können sich leicht auf der Haut manifestieren. Bei einem schweren Ekzem liegt beispielsweise ein übermäßiges Wachstum des Bakteriums Staphylococcos aureus vor. Bei milderen Formen dominiert ein anderer Staphylokokkus (S. epidermidis). Und bei einem seborrhoischem Ekzem scheint ein übermäßiges Wachstum von Hefepilzen eine Rolle zu spielen (Klicken Sie für mehr Informationen zu den verschiedenen Ekzemarten).
Außerdem wurde in Studien festgestellt, dass Kinder, die von einer bestimmten Ekzemart betroffen sind, in jungen Jahren eine andere Bakterienzusammensetzung haben. Eine logische Frage ist dann: Kann man diese Probleme vielleicht mit einer großen Dosis guter Bakterien beeinflussen?
 
Die Frage wird von Wissenschaftlern ausführlich untersucht.

Weniger Ekzembeschwerden durch Probiotika

Es sieht in der Tat so aus, als ob Probiotika bei Ekzemen etwas ausrichten können. Das ging ziemlich deutlich aus einem kürzlich veröffentlichten Übersichtsartikel zu Probiotika bei Hautbeschwerden hervor, in dem alle Studien noch einmal aufgelistet wurden. Insgesamt waren daran gut 1.070 Kinder beteiligt. In diesen Studien hat man vor allem die Auswirkungen von Milchsäurebakterien und bestimmten Bifidobakterien untersucht. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass Kinder mit Ekzembeschwerden weniger von diesen Arten im Darm haben.
 
Auf einige Studien, die im Artikel besprochen wurden, möchte ich etwas genauer eingehen. Eine Studie aus Spanien zum Beispiel. Dabei wurde eine Mischung von Bifidobakterien getestet. An der Studie nahmen 50 Kinder zwischen 4 und 17 Jahren teil. Die Hälfte erhielt 12 Wochen lang ein Probiotikum. (Alle Patienten benutzten übrigens auch eine Hormoncreme, einen Moisturizer und nahmen ein Antihistaminikum ein für ihre Ekzembeschwerden.) Und in dieser Gruppe beobachteten die Wissenschaftler weniger Hautprobleme.
 
Solche Resultate gab es auch in anderen Studien auf der Welt, beispielsweise in einer Studie aus der Türkei mit 40 Kindern zwischen 1 und 13 Jahren. Diese jungen Patienten erhielten nur acht Wochen lang ein Probiotikum mit unter anderem verschiedenen Laktobazillen (Milchsäurebakterien). Auch in dieser Gruppe wurde eine Verbesserung der Haut festgestellt.

Auch bei seborrhoischem Ekzem

Die Auswirkungen von Probiotika bei einem seborrhoischen Ekzem wurden auch in verschiedenen Studien untersucht. Sowohl ein auf die Haut aufgetragenes Mittel (ein nicht-lebender Extrakt des Bakteriums Vitreoscila filiformis) als auch ein oral eingenommenes Probiotikum (L. paracasei) sorgte für eine Verbesserung der Beschwerden: weniger Rötungen und Hautentzündungen.

Sollte man Probiotika nicht besser direkt auf die (von einem Ekzem betroffene) Haut auftragen?

Gute Frage! Leider steckt die Forschung zu den Auswirkungen von Mitteln, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, noch in den Kinderschuhen. Die gute Nachricht: Es gibt immer mehr Hinweise, dass es auch Behandlungsmöglichkeiten mit Probiotika gibt, in Cremes beispielsweise. Die Schwierigkeit besteht immer noch darin, die lebenden Bakterien in einer Creme zu erhalten.
 
Es gibt übrigens eine Kosmetik-Marke, die sich mit ihren Produkten darauf richtet, das Bakterium S. aureus, das bei Ekzemen eine Rolle spielt, auszuschalten. Das geschieht nicht mit den „guten Bakterien“ in Drink-Form, Nahrungsergänzungsmittel oder Salbe, sondern mit einer Creme, die ein spezielles Enzym enthält, das das Bakterium im wahrsten Sinne abbaut.

Die Frage bleibt: Welche Mittel können Sie verwenden?

Wie ich in meinem letzten Blogartikel betont habe: Es ist noch schwierig, an dieser Stelle gezielte (Produkt-)Empfehlungen auszusprechen. Welche Bakterienarten wirken am besten und wie viel muss man davon einnehmen? Sollte man diese Mittel nur vorübergehend verwenden oder lieber für immer, um Beschwerden zu verhindern? Und: Welche Risiken bringt das Eingreifen in den Bakterienhaushalt mit sich?
 
Um Ihnen doch etwas an die Hand geben zu können, habe ich mir die Produkte angeschaut, die in einigen Studien untersucht wurden. In der ersten, spanischen Studie, die ich oben zitierte, wurde diese Bakterienkombination verwendet: Bifidobacterium lactis, Bifidobacterium longum und Lactobacillus casei. Es ist nicht bekannt, von welcher Marke das Nahrungsergänzungsmittel ist, das dafür verwendet wurde. Aber ein Probiotikum, das dieselben drei Bakterienstämme enthält und dieser Zusammensetzung nahe kommt, ist Winbiotic Pro CR.
 
In der türkischen Studie mit Kindern wurde mit einer Mischung dieser Bakterienstämme getestet: Bifidobacterium bifidum, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei und Lactobacillus salivarius. In dieser Studie wurde mit dem Produkt proBiotik pur von Ella Farma gearbeitet. Vergleichbare Produkte, die in den Niederlanden erhältlich sind, sind Winbiotic PRO-IB und Darmocare Pro.

➤ Was verwende ich selbst?

Ich bin nicht von Ekzemen betroffen. Ich verwende aber Probiotika für meinen Darm und meine Haut. Obwohl ich in der Regel lieber nicht den (wissenschaftlichen) Erkenntnissen zuvorkomme, mache ich das schon ziemlich lange. Ich verdiene nichts daran, aber da ich es so oft gefragt werde, möchte ich es an dieser Stelle doch sagen: Ich nehme täglich 1 Kapsel Advanced Multi-Billion Dophilus abwechselnd mit einem anderen Produkt von Solgar, Ultibio.

 

Was ist mit der Ernährung?

Betrachten Sie die Einnahme von Probiotika als eine Art Reset-Knopf für Ihre Bakterien. Vergessen Sie nicht, auch Ihre Essgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen. Wie Sie das machen, können Sie noch einmal in diesem Blogartikel nachlesen:  Was bewirken Probiotika bei Hautbeschwerden? Teil 1: Akne

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