Hautpflege

Skin Fasting, also eine Zeit lang auf Hautpflegeprodukte zu verzichten, eine gute Idee?

Door: Dr. Jetske Ultee
Skin Fasting, also eine Zeit lang auf Hautpflegeprodukte zu verzichten, eine gute Idee?

Es ist gerade ein riesiger Trend: Skin Fasting. Das heißt: eine Zeit lang komplett mit allen Produkten aus Ihrer Beauty-Routine aufzuhören. Wird Ihre Haut (und Ihr Haar) dadurch besser? Oder ist es klüger, diesen Trend an sich vorbeiziehen zu lassen?

Ohne Make-up oder ganz ohne Produkte 

Skin Fasting war noch nie so beliebt. Und das ist eigentlich auch logisch, denn im Moment ist es sehr leicht, einfach mal nichts ins Gesicht zu schmieren. Schließlich fällt ein ungeschminktes Gesicht, fettiges Haar oder eine etwas unruhigere Haut beim Arbeiten von zu Hause viel weniger auf als face-to-face. Im Internet finden sich inzwischen unzählige Erfahrungsberichte von Bloggerinnen und Bloggern, die ihr Schönheitsritual umstellen oder sogar komplett aufgeben.

 

So verzichten manche eine Zeit lang auf einen Hauch Foundation, etwas Mascara oder einen Strich Kajal. Andere lassen zusätzlich auch ihre Hautpflegeprodukte unbenutzt im Badezimmerschrank stehen. Sie spritzen sich nur etwas Wasser ins Gesicht.

 

Was bewirkt Skin Fasting für Ihre Haut?

Warum hören Menschen mit all ihren Hautpflegeprodukten auf? Kurz gesagt: Sie hoffen, ihre Haut so zu „resetten“. Ihre Hautbarriere soll durch die Verwendung zu vieler Kosmetikprodukte geschwächt werden. Durch Skin Fasting soll sich die Haut wieder erholen können.

 

Ob das so ist? Das ist höchst fraglich. Dafür gibt es nämlich keinen wissenschaftlichen Beleg. Aber wenn Sie zum Beispiel 12 (oder mehr) Produkte für Ihre Haut verwenden, kann es durchaus sinnvoll sein, kritisch zu prüfen, welche davon Ihrer Haut wirklich etwas bringen.

Zurück zu den Basics kann durchaus eine gute Idee sein

Eine Kosmetikpause einzulegen kann manchmal eine gute Idee sein. Zum Beispiel, wenn Sie schon seit einiger Zeit eine unruhige Haut haben. Oft haben Sie dann wirklich schon alles Mögliche ausprobiert, um die Unruhe zu beheben: Peelings, Nasenstrips, Masken oder allerlei gut gemeinte Geräte wie Hautroller. Und häufig ist genau das das Problem. Denn wenn Sie sehr viele verschiedene Produkte auf Ihr Gesicht auftragen, können sich Ihre Hautbeschwerden nämlich verschlimmern.

 

Gehen Sie zurück zu den Basics. Verwenden Sie vorerst nur einen milden Reiniger und eine Sonnencreme. Lassen Sie Ihre Haut vollständig zur Ruhe kommen. Ich bin sicher, dass Rötungen und irritierte Knötchen schon nach knapp einer Woche abnehmen. Danach können Sie nach und nach wieder einzelne Produkte zu Ihrer Beauty-Routine hinzufügen.

 

➤ Beispiel: vorübergehend keine Produkte bei perioraler Dermatitis

Wenn Sie unter perioraler Dermatitis leiden, also Pickelchen rund um den Mund, rate ich Ihnen, vorübergehend keine Hautpflegeprodukte mehr zu verwenden. Tun Sie das drei bis fünf Tage lang. Führen Sie danach Ihre Kosmetik wieder nach und nach ein. So können Sie herausfinden, welches Produkt den Ausschlag verursacht.

Hören Sie nicht einfach mit allem aus Ihrer Beauty-Routine auf

Wenn Sie herausfinden möchten, welche Hautpflegeprodukte für Sie funktionieren und welche nicht, können Sie einige Produkte weglassen. Aber hören Sie auf keinen Fall einfach so mit all Ihrer Kosmetik auf. Manche Schritte in der täglichen Pflege sind nämlich essenziell, zum Beispiel die Reinigung. Denn indem Sie Ihr Gesicht von Schmutz und Talg befreien, beugen Sie Pickeln und einem fahlen Teint vor. Und Sie wirken sogar der Hautalterung entgegen, die auch durch Feinstaub, Abgase und Straßenschmutz verursacht wird. Und tatsächlich halte ich auch ein Exfoliant für unverzichtbar, weil es hilft, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und so Unreinheiten entgegenwirkt und Ihre Haut (wieder) zum Strahlen bringt.

 

Ein weiteres Produkt, das Sie nicht einfach weglassen können, ist Vitamin A, weil sich Ihre Haut dann erneut an diesen Inhaltsstoff gewöhnen muss. Außerdem hilft dieser Wirkstoff Ihrer Haut vor allem, indem Sie sie ihm kontinuierlich aussetzen. Wenn Sie damit aufhören, bremsen Sie diesen Effekt.

 

Und der wichtigste Hinweis bei Skin Fasting: dass Sie auch Ihre Sonnencreme aus Ihrer Beauty-Routine streichen. Das ist wirklich keine gute Idee. Denn die Sonne ist für 90 Prozent der Hautalterung verantwortlich. Wenn Sie sich also nicht eincremen, riskieren Sie Pigmentflecken und andere Sonnenschäden. Auch im Haus und rund ums Haus ist die Sonne schädlich für Ihre Haut.

Und wie sieht es mit Ihrem Shampoo aus? 

Neben Make-up und Hautpflegeprodukten schwören nun auch viele Menschen dem Shampoo ab. Sie hoffen, dass sich ihr Haar so an das Shampoo „entwöhnt“ und weniger Haarwäschen braucht. Funktioniert das? Darüber habe ich schon einmal einen Blog geschrieben. Wenn Sie eine geringe Talgproduktion haben und trockenes Haar, könnten Sie Ihr Haar durchaus eine Zeit lang nur mit etwas Wasser waschen. Für die meisten Menschen gilt jedoch, dass das Haar schwer und fett wird und die Kopfhaut irgendwann zu jucken beginnt, sodass die meisten wahrscheinlich schnell wieder zur Shampooflasche greifen.

Entscheiden Sie sich kurz gesagt lieber für eine Skin Diet und setzen Sie auch Ihr Haar auf Diät

Alle Kosmetik aus Ihrer Beauty-Routine zu streichen, tut Ihrer Haut kurz gesagt wahrscheinlich mehr schlecht als recht. Statt zu fasten, können Sie also besser eine „Diät“ wählen. Lassen Sie einen Teil der Hautpflegeprodukte weg und fügen Sie sie dann nach und nach wieder hinzu und behalten Sie im Blick, wie Ihre Haut reagiert.

 

Womit Sie natürlich ohne Probleme aufhören können, ist Ihr Make-up. Und Ihr Haar? Das darf auch auf Diät. Denn wir wissen, dass es dafür am besten ist, so wenig Stylingprodukte wie möglich zu verwenden. Dann müssen Sie auch ein weniger stark entfettendes Shampoo wählen. Noch besser für Ihr Haar.

 

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