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Flaxseed-Maske: Hat diese Maske wirklich einen botoxähnlichen Effekt?

Door: Dr. Jetske Ultee
Flaxseed-Maske: Hat diese Maske wirklich einen botoxähnlichen Effekt?

Diese neueste TikTok-Hype ist Ihnen bestimmt schon begegnet: die „flaxseed mask“, also die Leinsamen-Maske. Diese Gel-Maske wurde kürzlich von der amerikanischen Influencerin Victoria Benitez angepriesen, deren Video nach der Veröffentlichung Millionen von Views und Tausende Likes erhalten hat. Seitdem haben viele andere das Masker bereits ausprobiert. Auch wenn manche sich vielleicht über ihr Video lustig machen, bin ich der Meinung, dass sie hier einen sehr spannenden Inhaltsstoff anspricht. Und der verdient Aufmerksamkeit!

 

Es ist schon faszinierend, wie alte Rezepte oder Zutaten plötzlich als neue Trends in den sozialen Medien auftauchen können. Denn Hand aufs Herz: Leinsamen sind natürlich nichts Neues. Trotzdem ist das Thema sehr interessant, denn diese harten kleinen Samen enthalten eine Fülle an Stoffen, von denen unser Körper deutlich profitieren kann.

Uralte Pflanze, aber immer noch beliebt

Worum geht es eigentlich genau? Leinsamen ist eine uralte Kulturpflanze, die seit Tausenden von Jahren für die unterschiedlichsten Zwecke angebaut wird. Unter anderem als Zutat in Backwaren, aber auch als Abführmittel und sogar als Tierfutter. Seit den 90er-Jahren ist der Inhaltsstoff besonders in der „Healthy Food“-Branche beliebt geworden. Und das nicht ohne Grund: Immer mehr Studien bestätigen die gesundheitlichen Vorteile von Leinsamen. Vor allem das Öl und die Samen sind beliebt. Und genau um diese kleinen Samen geht es jetzt!

Schleimiges Wunder

Was Leinsamen so besonders macht, sind unter anderem die Schleimstoffe, die freigesetzt werden – vor allem, wenn Sie die Samen aufbrechen oder erwärmen. Die Maske, die auf TikTok empfohlen wird, nutzt genau diesen Effekt. Dabei werden Leinsamen mit Wasser aufgekocht, abgekühlt und anschließend abgeseiht. Das Ergebnis ist ein sirupartiges Gel, das laut Anwenderinnen und Anwendern einen „Botox“-ähnlichen Effekt haben soll.

Verstraffender Effekt

Natürlich lässt sich die Wirkung der Maske nicht mit Botox vergleichen. Botox unterbricht vorübergehend die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln, sodass diese sich nicht mehr zusammenziehen. Das ist bei dieser Maske ganz sicher nicht der Fall. Trotzdem verstehe ich, dass manche sie als Anti-Aging-Maske empfinden. Das kann an der Geltextur liegen. Die Schleimstoffe in Leinsamen haben eine gelartige Konsistenz, die beim Trocknen einen vorübergehenden Straffungseffekt erzeugen kann.

 

Dieser verschwindet allerdings, sobald Sie die Maske abwaschen. Was Sie dafür noch spüren können, ist der feuchtigkeitsspendende Effekt der Gel-Schicht in den obersten Hautschichten, sodass feine Linien vielleicht etwas weniger auffallen.

 

Leinsamen, auch bekannt als Flaxseed

Möchten Sie die TikTok-Flaxseed-Maske herstellen?

 
Das brauchen Sie:
 

• 3 Tassen Wasser

• 1/2 Tasse ganze Leinsamen

• Topf

• Sieb

• Maskenpinsel

 

Kochen Sie die Leinsamen im Wasser auf und lassen Sie sie etwa 10 Minuten köcheln, bis Sie merken, dass eine dicke Gel-Schicht entsteht. Seihen Sie das Gel ab, sodass es gut von den Samen getrennt wird. Kühlen Sie die Gel-Maske im Kühlschrank ab und tragen Sie sie anschließend auf die Haut auf (eventuell mit einem Maskenpinsel). Lassen Sie die Maske nicht länger als 15 Minuten auf der Haut und spülen Sie sie anschließend mit einem Cleanser ab.

 

Pickel? Das kann helfen!

Wussten Sie, dass Leinsamen schon seit Jahren für andere Hautzwecke eingesetzt wird? So wird er zum Beispiel häufig bei Akne-Haut empfohlen. Warum, fragen Sie sich? Nun, Leinsamen enthält Linolensäure und Schleimstoffe, die als Packung (abdeckende Maske auf der Haut) eine erweichende Wirkung auf die obersten Hautschichten haben. Für den besten Effekt sollten die Samen gebrochen sein, dann wird das Gel mühelos freigesetzt. Wenn Sie gebrochene Leinsamen mit warmem Wasser zu einem schleimigen, dicken Brei verrühren, können Sie diesen etwa 15 Minuten auf der Haut einwirken lassen.

 

Legen Sie zuvor ein steriles Gaze-Tuch auf die Haut – so haben Sie hinterher weniger „Chaos“ mit den Samen. Decken Sie die Maske mit etwas Frischhaltefolie ab, dadurch entsteht ein Okklusiv-Effekt und Wärme – das verstärkt die erweichende Wirkung auf die obersten Hautschichten. Vergessen Sie nicht, Mund und Nasenlöcher freizulassen – atmen ist schließlich angenehm. Sie werden merken, dass sich Ihre Haut danach wunderbar weich, hydratisiert und geschmeidig anfühlt und dass Talg leichter aus der Haut austreten kann. Sie müssen kaum Druck ausüben, wodurch Sie die Haut nicht verletzen. Ideal bei Haut, die mit Pickeln und verstopften Poren zu kämpfen hat.

 

Leinsamen-Packing-Maske

Möchten Sie die Leinsamen-Packing-Maske herstellen?

 
Das brauchen Sie:
 

• 4 Esslöffel gebrochene Leinsamen

• gekochtes (heißes) Wasser

• Schneebesen

• Schüssel

• steriles Gaze-Tuch für das Gesicht

• Spatel

• eventuell Frischhaltefolie für einen zusätzlichen Okklusiv-Effekt

 

Geben Sie die Leinsamen in eine Schüssel und fügen Sie 1 Esslöffel gekochtes Wasser hinzu. Verrühren Sie alles gut (mit dem Schneebesen). Sie sehen, wie sich die Schleimstoffe lösen. Geben Sie nach Bedarf etwas heißes Wasser hinzu, bis ein dicker, schleimiger, streichfähiger Brei entsteht. Lassen Sie die Mischung abkühlen und verteilen Sie sie dann mit einem Spatel über das sterile Gaze-Tuch auf Ihrem Gesicht (praktisch, wenn Sie dabei liegen). Bringen Sie darüber nach Wunsch Frischhaltefolie an, um die erweichende und wärmende Wirkung auf die Haut zu verstärken. Lassen Sie die Maske nicht länger als 15 Minuten auf der Haut und spülen Sie sie anschließend mit einem Cleanser gründlich ab.
 

Regenerierende Wirkung in der Hautpflege

Es wird auch untersucht, wie sich Leinsamen(öl) in Hautpflegeprodukten – zum Beispiel in Liposomen oder Gelen – auswirkt. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Leinsamen scheint eine starke regenerierende Wirkung auf die Haut zu haben und kann sogar den Wundheilungsprozess unterstützen.
 

Besonders nährstoffreich

Bis jetzt haben wir vor allem über die Anwendung von Leinsamen auf der Haut gesprochen, aber tatsächlich gibt es noch viel mehr Vorteile durch die Einnahme von Leinsamen als Ergänzung zur Ernährung. Leinsamen enthält nämlich viele Omega-3-Fettsäuren (entzündungshemmend, gut für Herz und Blutgefäße) und Ballaststoffe (gut für den Darm). Außerdem hilft Leinsamen, das Immunsystem zu unterstützen – unter anderem wegen der Aminosäure Arginin.

 

Die Einnahme von Leinsamen oder Leinsamenöl hat auch positive Effekte auf die Haut: Sie kann besser hydratisiert und glatter werden. Und weniger empfindlich, da eine raue und schuppige Haut deutlich verbessert werden kann. Verantwortlich dafür ist vor allem die pflanzliche Alpha-Linolensäure (ALA). Das ist eine der wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie müssen diese Fettsäure über die Ernährung aufnehmen, weshalb sie auch als essentielle Fettsäure bezeichnet wird.
 

Leinsamen-Frühstück

Gut gefülltes Frühstück …

Ein bekanntes Frühstücksgericht mit Leinsamen ist der Budwig-Brei, entwickelt von der deutschen Chemikerin Dr. Johanna Budwig. Die Idee dahinter ist, dass die mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus dem Leinsamenöl und die schwefelhaltigen Proteine aus dem Quark eine Verbindung eingehen, die dem Körper zugutekommt. Außerdem ist der Brei sehr nährstoffreich (und sättigend!).
 

Das brauchen Sie:
 

• 2 bis 3 Esslöffel (mageren) Quark oder eine vegane Variante

 

• 1 Esslöffel kaltgepresstes Leinsamenöl und 1 Esslöffel Weizenkeimöl

 

• 1 Esslöffel gebrochene Leinsamen

 

• 1 Esslöffel Sojalecithin

 

• nach Bedarf etwas Zitronensaft, Honig oder Dicksaft für den Geschmack und Kerne oder Samen (z. B. Kürbis- oder Sonnenblumenkerne) für die Textur

 
Vermengen Sie alles gründlich. Dieses Frühstück sorgt für eine langanhaltende Sättigung – so haben Sie stundenlang keinen Bedarf an Zwischenmahlzeiten.

 

Gesundheitsvorteile von Leinsamen

Leinsamen ist ein beliebter Inhaltsstoff aufgrund seiner vielen Gesundheitsvorteile. Es ist daher nicht verwunderlich, dass erforscht wird, wie sich Nebenprodukte aus der Leinsamenverarbeitung in Lebensmitteln nutzen lassen – und welchen Einfluss sie auf Geschmack, Textur und Nährwert des Endprodukts haben. So wurde beispielsweise Leinsamenpulver (XanFlax), das bei der Gewinnung von Leinsamenöl entsteht, untersucht.

 

Und was kam dabei heraus? Dieses Pulver hat in der richtigen Dosierung einen bemerkenswerten Effekt auf Backwaren wie Muffins. In Tests schnitten die Muffins mit Leinsamenpulver am besten ab – vor allem optisch (dunklere Farbe und mehr Volumen), ohne dass deutliche Geschmacksunterschiede festgestellt wurden. Schön zu sehen, wie wir Restprodukte sinnvoll nutzen können, um gleichzeitig nährstoffreiche und schmackhafte Produkte zu entwickeln.
 

Leinsamen-Muffin

Auch Lust auf einen Leinsamen-Muffin?

 
Das brauchen Sie:
 

• 1 Tasse gemahlene Leinsamen

 

• 1 Tasse Mandelmehl

 

• 1 Teelöffel Backpulver

 

• ¼ Teelöffel Salz

 

• 1 Teelöffel Muskatnuss

 

• 1 Esslöffel Zimt

 

• nach Bedarf etwas Süßungsmittel (zum Beispiel Stevia)

 

• ½ Tasse geschmolzene Butter

 

• 4 verquirlte Eier

 

Heizen Sie den Ofen auf 180 Grad vor. Vermischen Sie zunächst alle trockenen Zutaten sorgfältig. Geben Sie anschließend die verquirlten Eier und die geschmolzene Butter dazu und rühren Sie alles gut durch. Ist der Teig etwas zu dick, können Sie etwas Wasser hinzufügen. Füllen Sie die Muffinförmchen bis etwas über die Hälfte mit dem Teig. Backen Sie die Muffins etwa 20 Minuten, bis sie goldbraun sind. Lassen Sie sie anschließend kurz außerhalb des Ofens abkühlen, bevor Sie sie aus der Form lösen.

 

Vorsicht bei der Einnahme

Leinsamen bietet also viele Vorteile für den Körper. Dennoch rät das niederländische Voedingscentrum (Ernährungszentrum), nicht mehr als 28 Gramm Leinsamen pro Tag zu verzehren – das entspricht 2 bis 3 Esslöffeln. Für Kinder bis 20 Kilogramm Körpergewicht gilt eine maximale Menge von 8 Gramm Leinsamen pro Tag. Der Grund: Leinsamen enthält Stoffe, die in großen Mengen im Körper zu toxischen Substanzen umgewandelt werden können.

 

Noch ein Punkt: Wenn Sie die Samen nicht aufbrechen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie im Stuhlgang nahezu unverdaut wieder auftauchen (und Sie wenig von den Vorteilen haben). Und vergessen Sie nicht, ausreichend Wasser zu trinken – denn wenn Sie nicht genug Flüssigkeit aufnehmen, können die Leinsamenfasern nicht genug Wasser binden. Dadurch wird der Stuhl härter, was Verstopfung verursachen kann. Trinken Sie genug, erleichtern Sie Ihrem Darm dagegen die Arbeit.
 

Natürlich ist nicht immer automatisch besser

Was ich Ihnen ebenfalls mitgeben möchte: Natürliche Inhaltsstoffe können genauso reizend sein (oder sogar reizender) als herkömmliche Hautpflegeprodukte. Testen Sie Ihre Mischung daher zuerst an der Innenseite des Handgelenks, um zu sehen, wie Ihre Haut reagiert. Lassen Sie die Maske nicht länger als 15 Minuten auf der Haut und spülen Sie sie anschließend gründlich ab, um mögliche Reizungen zu vermeiden. Und stellen Sie lieber keinen

 

Vorrat der Maske her, denn ohne Konservierungsstoffe verdirbt sie schnell und es können sich Bakterien und Schimmel bilden. Das ist ganz sicher nicht gut für Ihre Haut. Kurz gesagt: Leinsamen ist ein faszinierender Inhaltsstoff – verwenden Sie ihn mit Bedacht. Dann fällt die Wirkung umso schöner für Sie aus!
 

Quellen:

Dietary Flaxseed as a Strategy for Improving Human Health
 

Kan ik onbeperkt gebroken lijnzaad gebruiken?
 

Supplementation of Flaxseed Oil Diminishes Skin Sensitivity and Improves Skin Barrier Function and Condition
 

Development and Evaluation of Topical Liposome Preparation of Flax Seed Oil and Tamarind Seed Oil against Skin-Protective Activity
 

The Effect of Flaxseed Extract on Skin Elasticity of The Healing Wound In Rabbits
 

Flaxseed research
 

The Impacts of Standardized Flaxseed Meal (XanFlax) on the Physicochemical, Textural, and Sensory Properties of Muffins

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