Online stoße ich täglich auf die schönsten Claims und Trends: von Wundercremes bis hin zu besonderen Ernährungshypes, die Ihre Haut zum Strahlen bringen sollen. Ich will dann immer wissen: Was sagt die Wissenschaft dazu? Deshalb verfolge ich die Forschung im Bereich Skincare sehr genau. Unten finden Sie einige Studien, die mir im vergangenen Jahr besonders im Kopf geblieben sind – weil sie überraschend oder vielversprechend sind. Von Avocados und Nebelduschen bis hin zur weniger strahlenden Seite von TikTok für die Teenagerhaut.
Glatte Haut ohne Laser? Dieser Inhaltsstoff kommt überraschend nah heran
Wenn Sie wirklich etwas gegen Falten tun möchten, landen Sie oft bei Laserbehandlungen. Aber nicht jede oder jeder will das – oder kann das. Zum Glück gibt es Inhaltsstoffe, die vergleichbare Effekte haben können: Vitamin A. Ich selbst verwende Hydroxypinacolone Retinoate, eine Form von Vitamin A, die deutlich milder ist als Retinol. Und diese Studie hat mich nur noch begeisterter gemacht für diesen Inhaltsstoff. US-amerikanische Forschende verglichen bei 71 Frauen mit Sonnenschäden ein Serum mit Hydroxypinacolone Retinoate und Peptiden mit einem fraktionierten CO₂-Laser. Nach sechzehn Wochen zeigte die Serumgruppe vergleichbare – und in manchen Punkten sogar bessere – Ergebnisse bei Hautstruktur und feinen Linien, ohne Ausfallzeit oder die Irritationen, die bei Laserbehandlungen dazugehören.
https://www.dr-jetskeultee.de/produkt-beraten/ein-glatte-haut-ohne-laser-dieser-inhaltsstoff-kommt-ueberraschend-nah-heran/ Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39394831/
Der Durchbruch in Anti-Aging-Skincare? Neue Forschung deutet auf einen vielversprechenden Inhaltsstoff hin
Dass Antioxidantien wie Vitamin A oder C viel für die Haut tun können, wissen wir inzwischen. Aber die Wissenschaft rückt schon den nächsten „Star“ in den Fokus: Pterostilben. Dieses pflanzliche Antioxidans ähnelt Resveratrol, wird jedoch besser von Hautzellen aufgenommen und könnte dadurch stärker wirken. In einer chinesischen Studie verbesserte ein Moisturizer mit Pterostilben sichtbar die Hautstruktur und reduzierte Zeichen der Hautalterung. Damit scheint dieser Inhaltsstoff ein vielversprechender Kandidat für die nächste Generation von Anti-Aging-Skincare zu sein.
Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2950306X25000160
Kratzen bei Juckreiz: manchmal „hilfreich“, aber besser ist es trotzdem, die Haut in Ruhe zu lassen
Juckreiz ist eines der häufigsten Hautprobleme, und Kratzen fühlt sich so gut an – aber warum eigentlich? Forschende der University of Pittsburgh entdeckten, dass Kratzen eine Art natürliche Abwehrreaktion ist: Es aktiviert Mastzellen und hilft der Haut, sich gegen Bakterien wie Staphylococcus aureus zu schützen. Trotzdem bleibt der Rat, den Sie schon als Kind von Ihrer Mutter gehört haben („nicht anfassen!“), richtig: Kratzen kann die Haut schädigen und gerade mehr Juckreiz und Entzündung auslösen. Besser sind Kühlen, Hydratisieren und Schützen. Und wenn es wirklich nicht anders geht: lieber reiben als kratzen.
Quelle: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11983162/
Avocados für Haut und Gesundheit
Avocado ist weiterhin ein beliebtes Thema in der Hautforschung. Eine kleine Pilotstudie aus 2022 zeigte bereits, dass der tägliche Verzehr von Avocado die Hautelastizität verbessern kann. Auch 2025 erschienen mehrere Untersuchungen – vor allem zur Schale und zum Kern. So stellten thailändische Forschende eine Nano-Emulsion aus Avocado-Extrakten her. Sie beobachteten in Hautzellen weniger Entzündungsaktivität und eine höhere Kollagenbildung. Das sind noch Laborergebnisse, aber sie zeigen, wie reich diese Frucht an bioaktiven Stoffen ist, die möglicherweise etwas für die Haut bedeuten können. Und nicht nur für die Haut: Ein Review verschiedener Ernährungsstudien zu Avocado zeigt, dass die Früchte auch günstige Effekte auf den Fettstoffwechsel und Entzündungsprozesse im Körper haben können. Ob Sie nun cremen oder essen: Avocado bleibt vorerst nicht nur ein Instagram-Favorit auf dem Teller, sondern auch ein vielversprechender Inhaltsstoff für Ihre Haut und den Rest Ihres Körpers.
Quellen: Frontiers in Nutrition 2025, Scientific Reports 2025, World J. Adv. Healthcare Res. 2025.
1 Rahman, M. M., et al. (2025).
Avocado (Persea americana) peel: a promising source of bioactive compounds. Frontiers in Nutrition.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666154325007999 2 Thungmungmee, S., et al. (2025).
Protective effects of avocado peel and seed extracts against UVB-damaged fibroblasts for the development of an anti-photoaging nanoemulgel. https://www.nature.com/articles/s41598-025-13679-9 3 Henning, S. M., et al. (2022).
Avocado Consumption Increased Skin Elasticity and Firmness in Women – A Pilot Study. Journal of Cosmetic Dermatology
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35037373/ 4 Senthil Kumar, M., et al. (2025).
Avocado Consumption and Health Outcomes: A Comprehensive Meta-Analysis of Clinical Studies. World Journal of Advance Healthcare Research.
Ultrafeine Bläschen gegen Ekzem – Duschen als Hauttherapie
Die Bläschen-Dusche darf natürlich in dieser Liste nicht fehlen. Japanische Forschung zeigt, dass Duschen mit ultrafeinen Bläschen vielleicht bei Ekzembeschwerden helfen kann. Es klingt wie eine luxuriöse Spa-Werbung – aber hinter dieser Dusche steckt ernsthafte Technik, die bereits zur Reinigung medizinischer Geräte eingesetzt wird. Luft unter hohem Druck bildet winzige Bläschen im Wasser. Diese Bläschen sind so klein, dass sie zwischen die Hautzellen passen. Dort können sie Schmutz und Allergene lösen. Die Forschenden sahen bei Mäusen mit Ekzem weniger Entzündungen und eine stärkere Hautbarriere.
TikTok-Trends können (lebenslange) Hautallergien verursachen
Von Scrubs und Masken bis hin zu Retinol und „Slugging“: Teenager cremen und schmieren für den perfekten Glow oder Glaze, der auf TikTok gerade trendet. Aber eine Studie der Northwestern University zeigt, dass all diese Routinen nicht ohne Risiko sind. Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren verwendeten manchmal bis zu zwölf Produkte pro Tag – oft mit starken aktiven Wirkstoffen, die sie gar nicht brauchen.
Was Ihre Haut „ausatmet“ – und was das über Ihren Hautzustand verrät
Stellen Sie sich vor, Sie könnten einfach zu Hause messen, ob Ihre Haut ausreichend hydratisiert ist. Oder sehen, ob eine Entzündung in der Haut aufflammt – noch bevor Sie im Spiegel etwas bemerken. Forschende der US-amerikanischen Northwestern University zeigen, dass das möglich ist. Sie entwickelten einen tragbaren Sensor, der misst, welche Gase Ihre Haut abgibt – wie Wasserdampf, CO₂ und flüchtige organische Verbindungen. Diese Stoffe sagen etwas über Entzündungsprozesse, bakterielle Aktivität oder sogar die Barrierefunktion der Haut aus. Der Sensor funktioniert wie ein kleines, kontaktloses Labor, das über der Haut „schwebt“ und per Bluetooth Daten mit Ärztin/Arzt oder Hauttherapeutin/Hauttherapeut teilen kann. Faszinierend, oder? Wer weiß – vielleicht können wir unsere Haut bald in Echtzeit von zu Hause aus monitoren.
https://www.dr-jetskeultee.nl/wat-je-huid-uitademt-en-wat-dat-over-je-huidconditie-vertelt/
Quelle: https://www.nature.com/articles/s41586-025-08825-2.