Schon einmal im Internet nach Lebensmitteln gesucht, die Akne verschlimmern können? Vermutlich sind Sie dabei immer wieder auf Artikel über Schokolade, Milchprodukte und „schlechte Zucker“ gestoßen. Und wie sieht es mit Schweinefleisch, Erdnussbutter oder Erdbeeren aus? Können Sie davon Pickel bekommen? Über den Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Zustand Ihrer Haut gibt es viel zu sagen. Lesen Sie mit?
Zucker und Pickel – wie war das noch mal?
Beginnen wir mit Zucker (Kohlenhydraten). Er beeinflusst Ihre Haut mehr, als Sie vielleicht denken. Studien zeigen, dass Menschen mit Akne häufiger eine höhere Aufnahme von (schnellen) Kohlenhydraten haben. Umgekehrt wissen wir, dass eine Ernährung mit langsameren Zuckern die Ausprägung von Akne tatsächlich verringern kann. Zucker führt zu einem Anstieg von Hormonen wie Insulin und bestimmten Wachstumsfaktoren. Diese Stoffe kurbeln nicht nur die Talgproduktion an. Sie sorgen auch für eine Ansammlung abgestorbener Hautzellen. Diese Faktoren tragen zur Entstehung von Pickeln bei.
Ist Ihre Haut sehr unruhig, schauen Sie einmal auf Ihren Speiseplan. Hier lesen Sie mehr über „schnelle“ und „langsame“ Zucker und Ihre Haut.
Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Akne und Milchprodukten
Verschiedene Studien haben einen Zusammenhang zwischen Milchprodukten und Aknebeschwerden gezeigt. Jugendliche mit Akne scheinen mehr Milchprodukte zu konsumieren als Jugendliche ohne Pickel. Auch bei Erwachsenen wird eine Ernährung, in der neben Zucker viele Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen, mit mehr Aknebeschwerden in Verbindung gebracht.
Auch Milchprodukte beeinflussen die Talgproduktion über Hormone. Es scheint dabei einen Unterschied zu machen, welche Art von Milchprodukten Sie wählen. Lesen Sie hier, warum Sie wahrscheinlich besser Vollmilchprodukte statt fettarmer Varianten wählen. Und warum Joghurt und Quark vielleicht die sichereren Optionen sind.
Pickel – ja oder nein – durch Schokolade?
Wenn man bedenkt, dass die meisten Schokoladen Milchprodukte, Fette und Zucker enthalten, könnte man leicht zu dem Schluss kommen, dass dieses Produkt Ihrer Haut nicht guttut. Aber wie ist es dann mit dunkler Schokolade? Stecken in Kakao nicht auch Antioxidantien? Ist dunkle Schokolade deshalb nicht vielleicht sogar gut für Sie? Das bleiben schwierige Fragen. Die Studienlage ist nicht eindeutig. Es gibt auch Hinweise darauf, dass dunkle Schokolade Unreinheiten verschlimmern kann. Vorerst ist es also eine Frage des Ausprobierens. Lesen Sie hier mehr.
Erdnussbutter – ebenfalls oft als Ursache für Pickel genannt
Über Erdnussbutter wird von manchen Menschen ebenfalls behauptet, dass sie davon sofort Pickel bekommen. Dennoch gibt es keine Belege dafür, dass Erdnüsse Akne verursachen oder verschlimmern. Es gibt hier allerdings ein kleines „Aber“… Eher werden Erdnussbuttern nämlich häufig Zucker und teilweise gehärtete Palmöle (Transfette) zugesetzt. Und von diesen Stoffen wissen wir, dass sie bei Pickelchen nicht förderlich sind. Heutzutage gibt es übrigens auch Sorten Erdnussbutter, die ausschließlich aus Erdnüssen bestehen.
Warum bekommen manche Menschen Pickel von Schweinefleisch, Avocado, Sellerie oder Erdbeeren?
Pickel können auch die Folge einer bestimmten Empfindlichkeit gegenüber Produkten sein. Wie finden Sie das heraus? Wir haben uns kürzlich einen neuen Test angesehen, den IgG4-Test. Er misst die Menge eines spezifischen Antikörpers (IgG4). Ein erhöhter Wert wird mit verschiedenen Entzündungsreaktionen im Körper in Verbindung gebracht – darunter auch in der Haut. Vielleicht ist das der Grund, warum die eine Person Schweinefleisch, Avocados, Erdbeeren und Sellerie gut verträgt, während eine andere nach dem Verzehr dieser Produkte (Haut-)Beschwerden bekommt. Leider gibt es noch nicht genügend Belege dafür, dass der IgG4-Test zuverlässig funktioniert. Dafür ist wirklich noch mehr Forschung nötig, als bisher vorliegt. Die einzige Möglichkeit herauszufinden, ob bei Ihnen eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegt, ist eine Eliminationsdiät unter Begleitung einer Ernährungsfachkraft. Dabei werden mögliche Ernährungstrigger systematisch aus Ihrer Ernährung entfernt und anschließend wieder eingeführt.
Führen Sie einmal ein Tagebuch
Kurz gesagt: Was für die eine Person die ideale „Ernährung“ ist, kann bei einer anderen verschiedene Beschwerden auslösen – darunter auch eine unruhige Haut. Hören Sie deshalb auch auf Ihr eigenes Gefühl und führen Sie zum Beispiel einmal ein Tagebuch, um zu sehen, ob Sie vielleicht herausfinden, ob Ihre Haut nach bestimmten Lebensmitteln stärker reagiert. Und ob Sie durch das Meiden von Produkten wie Milch Verbesserungen sehen.